0162

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Hinter Deiner Maske wohnt ein Gesicht,
lebt die Gischt Deiner Schatten,
erwacht der tonlose Geschmack.
Der als Kerbe seine Kreise dreht,
Das Erbe seiner Ahnen vor sich herträgt.
Vorahnungen verschlingen die Ahnungslosen. Allesamt.
Umarme doch endlich die um Armlängen entfernten Gespenster,
denn in geschlossenen Räumen flüstern die Geheimnisse
in grosser Verschwiegenheit alles Wissen in wissbegierige Ohren.
Die dann im Sturm des Gesagten davonsegeln.
Am Ufer der Nachbarschaft wird freudig jede neue Kunde erwartet,
während ich mich als Betrachter verkleidet unter die Menschen mische
und waagerecht dem Sinn folge.
Was sinnvoll ist, da alles Sinn ergibt. Irgendwann.
Slaap lekker.

 

/über uns

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MATU/SCHINSKI ist ein Bild/Text-Blog, ein poetisch-bildnerisches Jam-Session-Tagebuch des Berliner Fotografen Dirk Hasskarl (a.k.a. Schinski) und dem Poeten Marcus Maas (a.k.a. Matu), der als Baumpfleger in Berlin und Brandenburg arbeitet.

Schinski fotografiert eine Art visuelles Tagebuch und pflückt seine Bilder spontan am Wegesrand. Er schickt sie an Matu, der sie intuitiv-assoziativ jeweils unter Einfluss seines gerade Erlebten und seiner Stimmung betextet. In diesem Kontext ist wichtig, dass Matu vor dem Schreiben keine Informationen zu Ort, Zeit & Kontext der Bilder hat. Schinski betreut den Blog.

Zusätzlich werden die Texte nach und nach von verschiedenen Personen unterschiedlichsten Alters und Herkunft eingesprochen und bei Audiomatuschinski veröffentlicht. Bisher gibt es ca. 50 der Texte auch als Audios.

Was man in einer üblichen Männerfreundschaft nicht miteinander verhandeln kann, übernehmen hier die Bilder und Texte. Sie kommunizieren stellvertretend auf einer besonderen Ebene: ironisch, phantastisch, pathetisch, mahnend, schlau, doof, absurd, witzig, offen, verletzlich, feinfühlig … und erzeugen dabei ggf. eine neue, intensive Form von Nähe.

MATU/SCHINSKI wurde im September 2018 mit Motiv #0008 und einem lauten Lachen geboren und zeigt sich der Welt erstmals im Motiv #0155 in voller Pracht & Schönheit.

 

0161

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Du wirfst die Perlen vor die Säue,
giesst Dir ein Schnitzel ins Gesicht
und belebst in einem gesunden Mass
Deine masslose Notwehr.
Deine anmassende Habgier.
Verschwende Dich und gib Deiner Hochachtung Fersengeld.
Geteiltes Leid ist nur halb so schlimm, wenn man leidet.
Aber leider immer noch leidvoll.
Freie Fahrt für Trittbrettfahrer
aber wenn Dir einer über die Augen wischt,
ist es Augenwischerei.
Ganz ehrlich, respektiere Dein Verlangen
und wirf Dich in die Arme eines Bettlers.
Die sind wie wir, nur ihrer Illusionen beraubt.
Fleisch wird zu noch mehr Fleisch,
der Geschmack zerfällt zu Staub
und der Zweifel beisst Dir ein Loch in Herz.
Bedanke Dich beim Universum
und verschenke ein blumiges Lächeln an die Totgeweihten.
Das stehst Du nun.
Wie aus dem Ei gepellt.

 

0160

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Man muss zufrieden sein.
Denn müssig ist aller Gänge Anfang
und in jedem Anfang wohnt ein Zauberer.
Halte inne.
Ich bin die fleischgewordene Pflanze
und könnte Dein Gewissen beruhigen.
Aber wenn Du denkst, dass fremde Struktur
Dir eine manierliche Garnitur verpasst,
dann bist Du schief gewickelt.
Wie Du siehst, liegt die Kraft in dem, der sie ausstrahlt.
Ruht die Kraft in ihrer selbst,
ruiniere nicht Deine innere Ruhe.
Trau Dich hinein,
verwunde Dich an ihrer sanften Stärke
und brenne mit den Flüchen durch.
Jene, die die Flucht vereiteln.
Lade Dich an mir auf,
ich habe Antennen für so etwas.
Toxoplasmotische Abhängigkeiten
machen Dich zu einem Gast in einem Wirtshaus
und aus einem Affenhaus schauen lauter Affen raus.
Das ist jetzt nicht Dein Ernst,
aber da lasse ich mich besser entlausen
und schaue den Kranichen am Dorfteich hinterher.
Wir sehen uns später.

 

0159

159_S

 

Du bist gross geworden.
Einsilbig und langstielig,
zuweilen einsam aber
auch unterhaltsam. Natürlich.
Im siebten Himmel kannst du Dir selbst kaum das Wasser reichen
und rennst auf. Und davon.
Gib Halt denen, die Halt suchen.
Lehne niemals den Schweiss derer ab, die dafür bezahlen.
Ein Leben ist ein Nehmen. Und ein Geben.
Gehe den Weg, der nicht der einfachste ist. Nicht unbedingt.
Aber zwinge Dich, ganz ohne Zwang, hinauf
und gestatte Dir, die Welt ein wenig kleiner zu machen.
Ordne Dich unter, schmecke den Unterschied
und unterscheide Dich von den anderen. Von Dir selbst.
Vertraue Dir, vertäue Deine Handlung
und verreise mit den Wolken.
Klar soweit.

 

0158

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Ich. Ich bin. Also bin ich.
Du. Du bist. Du. Nicht irgendwer. Bist Du glücklich.
Er. Er ist. Der Gleiche. Schon immer. Immerfort.
Sie. Sie war. Dieselbe. Seit jeher.
Es. Es könnte sein. Es wäre schön. Lass es zu.
Wir. Wir kennen einander. Sind eine Familie.
Ihr. Ihr alle. Ihr macht es möglich. Täglich.
Sie. Sie fangen die Mutigen im Sommer. Mit Überzeugung.
Für die Garderobe übernehmen wir keine Haftung.

 

/mediaservice

 

Matu & Schinski werben nicht besonders aktiv für sich.

Sie zwitschern ein bisschen (@schinskimatu)
aber ihre Reichweite endet wahrscheinlich am Zaun ihrer Schrebergärten.
Die beiden wischen ihre Smartphones lieber in den Flugmodus,
gehen Klavier üben,
spalten Holz und Haare,
hören Andy Partridge
oder geniessen die himmlische Ruhe bei ausgedehnten Spaziergängen in den Funklöchern dieser Welt.

Deshalb ist – nüchtern betrachtet – die Wahrscheinlichkeit, unbekannt und
unerkannt zu bleiben, recht hoch.

Für den Fall, daß die Damen und Herren aus den Feuilletons und Verlagen trotzdem über unsere Rohdiamanten stolpern sollten (Ja! Entdecken Sie uns! Das sichert Ihnen dickes Lob Ihres Ressortleiters und uns eine Runde Ruhm am Revers … !), haben wir hier vorsorglich ein kleines Textbaustein-Archiv für Sie eingerichtet, aus dem Sie sich großzügig bedienen dürfen:

(1)
„Feinfühlige Poesie auf zwei Kanälen …“
(Vorarlberger Nachrichten)

(2)
„Poetisches Auge trifft auf sprachliche Urgewalten …“
(FAZ)

(3)
„Matus Worte schlagen mächtige Funken auf den Bildern von Schinski. Wir warten mit grosser Spannung auf das angekündigte Buch!“
(Berliner Zeitung)

(4)
„Jonathan Safran Foer trinkt Mezcal mit Martin Parr [ … ] und der Horizont verdunkelt sich …“
(ZEIT-Magazin)

(5)
„Netflix war gestern!“
(hubbabubb auf Facebook)

(6)
„#süchtig. #matuschinski sind #salzundpfeffer auf dem #schaummeinertage …“
(sparklehorse69 auf Twitter)

Hinweis:

Alle obenstehenden Rezensionen sind kompetent erstunken und erlogen, können aber durchaus Spuren von Wahrheit enthalten.