0251

Unbewusst demoliert Dir dein Verstand das Äussere.
Dabei restaurieren Dir vermeintlich Unbekannte Deine Gedanken.
Im Gestrüpp einer Verfolgung verstrickst Du Dich in Ausflüchten und Gelächter.
Klammerst Dich an Traditionen und entschuldigst das mit Deiner Blindheit, Deiner Sturheit.
Stumm begnadigst Du die Verbrechen der Schwere nach
und wenn Ihr sitzt am jüngsten Tage um Euch selbst versammelt zur Stunde der Vergebung,
so vergib Dir selbst.

0250

In Beziehung zu uns selbst treiben wir im Fahrwasser der Ahnungslosigkeit dahin.
Hoffnung ist eine Kraft, die der Angst die Nahrung nimmt.
Zuversicht eine Tür, die es aufzustossen gilt.
In der Natur der Dinge ist die Selbstverständlichkeit ein Freund,
den man manchmal nicht wiedererkennt.
Nimmt die Fährte an Fahrt auf, ist der Ausgang oft verstellt,
die Möbel in unseren Köpfen sind wässrig wie zerweinte Augen.
Die Tiefe in uns begleitet das eine Leben wie ein treuer Hund
und auf einmal vermissen wir die Kindheit,
die vom Argwohn, den Tagen voller Missverständnisse
und der Vernunft verscheucht wurde wie Fliegen vom Kuchen. 
Über uns das Meer.

Alle Texte © Matu
Alle Bilder & Videos © Schinski

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oder wenn Sie mit uns ausstellen möchten

senden Sie bitte eine Mail an smiling_monkey@gmx.de

Sämtliche Bilder, Texte Videos und Audios auf den matuschinski-Webseiten sind ausschliesslich zum Betrachten und Hören bestimmt. Keines der Bilder, Audio, Videos und keiner der Texte darf in welcher Form auch immer ohne ausdrückliche schriftliche Zustimmung der Urheber gespeichert, reproduziert oder in sonstiger Form genutzt werden.

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0249

Pünktlicher als jeder Maurer stellt sich eine gewisse Zufriedenheit ein,
die – obgleich wankelmütig wie ein Novembertag – uns dicht auf den Fersen ist.
Denn eigentlich sind wir süchtig nach der Suche,
sind aber schüchtern wie am ersten Tag.
Fluchen flüchtig und sonnen uns am säumigen Rand einer abendlichen Stimmung,
stolpern friedlich durch unsere langen Tage die doch kürzer sind als erlaubt.
Wir erwarten von uns Grosses, obwohl nur kleine Taten folgen. Meist.
Wir sind unsichtbarer als unsere Worte, müder als unser Verstand.
Schärfer als des Messers Schneide benutzen wir unser Sprachwerkzeug,
die Zunge schneidet das Messer nicht.
Wir scheuen uns nicht, die Sonne zu erobern
aber wohnen wird sie in unseren Herzen nicht .
Denn kalt wie ein zugefrorener See bedauern wir unser Schicksal,
unfähig und langstielig folgen Schritt auf Tritt.
Des sehenden Auges Qual wird in Erfüllung gehen,
wenn die Monde im schwarzen Sand des Universums versinken.

/leserstimmen

„Sehr schön, ich mag diese Sinnakrobatik, wirkt luftig und befreiend zugleich.“
(Proteus)

„Um projeto muito interessante e diferente que anda num limbo difícil de contextualizar. Refrescante!!!“
(João)

„Den Kalender hab ich mir genau angesehen, sehe aber leider keine Möglichkeit das auszustellen. Die Fotografien für sich genommen überzeugen mich nicht, und Texte sind prinzipiell schwer ausstellbar.“
(André)

„Dazu fällt mir absolut nichts ein.“
(Christoph)

„Matuschinski berührt mich, wo ich nicht so berührt werden möchte. Ich brauch‘ grad was Lustigeres! Aber tolle Fotos.“
(Jan)

„Hervorragende Texte.“
(Ewa)

„Schön und traurig.“
(Britta)

„Genialisches Projekt. Passt in keine Schublade. Große Klasse. Erste Liga.“
(Peter)

„Mittlerweile fühle ich mich provoziert und verarscht!“
(Ulrike über das Promoschinski-Video)

„Wunderschön!“
(Sanne)

„Starke Worte!“
(Matthias)

„Ich finde es einfach nur blöd!“
(Ursula)

„O espanto surge na magia do detalhe que me abraça pelo poder da imagem e me leva num sonho, não planeado, pela força da palavra. ADORO. Trabalho excelente que me faz querer ver, ver, ver mais e mais, e me deixa curiosa: que virá a seguir?!“
(Laura)

„Schön, die vielen verschiedenen Stimmen zu hören. Was ich von den Texten halten soll, weiß ich nicht. Aber schlecht sind sie nicht.“
(Anke)

„Poetry Slam meets Modern Art. Erfrischende Abwechslung im Einheitsbrei sonstiger Blogs.
Chapeau messieurs!“
(Jens)

„Das ist großartige Poesie! Bitte 1.000.000 Aufrufe !!!!!“
(Susanne)

„Die Gedichte und Fotos können einen süchtig machen!“
(Elke)

“Also, der Matuschinski, das ist nicht so meins … zu schnodderig und oft so gewollt intellektuell … nee, nee!“
(Barbara)

„Großartig!“
(Arne)

„VERY COOL!“
(Paul)

„Correspondances! Jam session projetée sur l’écran, ping-pong improvisé entre l’oeil et le verbe … Matuschinski, tu dévores la vie à pleines dents!“
(Céline)

„Tolles Projekt!“
(Lutz)

„Gefällt mir gut!“
(Stefan)

„Ah— beautiful and cruel language! [ … ] what i totally like is your HYPERPERSONAL approach to the things, to photography, art if you will. [ …] In this era, pictures only mean nothing. They are with too much. Hurdles of them. They blind us. Stories, I want them. You give them.“
(Reyer)

„Ich find’s eigentlich ganz cool …“
(Anne)

„Außergewöhnliches Strickmuster [ … ] ein Feuerwerk von messerscharfen Fotos [ … ] mit prallem Humor eingerahmt in ebenso poetische Texte [ … ] weckt die Neugierde [ … ] Gelungenes Kunstprojekt. [ … ] Da haben sich 2 gefunden. Was bestimmt auch Verleger und Liebhaber findet. Weiterstricken!“
(Ulrike)

Hinweis:

Alle obenstehenden Leserstimmen sind echt und haben uns auf verschiedenen Wegen genauso erreicht.

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0248

Grossmutter fragt am Brunnen die Steine, warum hast Du die Zähne so gross.
Und der Brunnen bricht an der rauen Stimme nicht.
In der Tiefe seiner Furcht ertrinkt die Zeit,
kein Blick gleicht dem anderen
und eine Handbreit später liegt uns die Welt zu Füssen.
Unter unseren Zungen ist die Hitze ein Qual
und hinter den sieben Fragen, an den sieben Tagen,
verbirgt sich oft eine Woche voller Überraschungen,
den Sonntag legen wir an die Leine.
Warum hast Du so gross das eine Ohr wie das andere.
Ändert die Meinung gerade ihre Richtung,
wenn Du nicht weisst, wie es weiter geht.
Gerne würdest Du noch kurz vor Schluss
von draussen durch das Fenster schauen bis die Scheiben beschlagen
aber woher soll das Leben wissen, wie die Geschichte endet.

0247

Ich sprühe es an jede Wand.
Ich klage lauter als jede Mauer.
Ich bin grösser als der mächtigste Gedanke, schlauer als das Wort.
Ich bin schneller als die Liebe, schärfer als der Verstand.
Ich bin genauer als jede Waage und dichter als die Luft.
Ich bin fröhlicher als jede Beerdigung und trauriger als jeder Clown.
Ich bin klarer als jede Meinung und distanzierter als die weiteste Entfernung.
Ich bin lauter als die Stille und einsamer als meine Vergangenheit.
Ich bin näher als die Zukunft und so weit weg von der Gegenwart.
Ich bin grüner als jedes Ohr und allwissender als der weiseste Spruch.
Ich bin jünger als mein Ich und älter als Ihr je sein werdet.
Wenn ich gross bin, schaut Ihr in die Röhre.

/mediaservice

Matu & Schinski werben seit ihrer Geburt im September 2018 nicht besonders aktiv für sich und  ihre Reichweite endet wahrscheinlich am Zaun ihrer Schrebergärten.
Die beiden wischen ihre Smartphones lieber in den Flugmodus,
gehen Klavier üben,
spalten Holz und Haare,
hören Andy Partridge
oder geniessen die himmlische Ruhe bei ausgedehnten Spaziergängen in den Funklöchern dieser Welt.

Deshalb ist – nüchtern betrachtet – die Wahrscheinlichkeit, unbekannt und
unerkannt zu bleiben, recht hoch.

Für den Fall, daß die Damen und Herren aus den Feuilletons und Verlagen trotzdem über unsere Rohdiamanten stolpern sollten (Ja! Entdecken Sie uns! Das sichert Ihnen dickes Lob Ihres Ressortleiters und uns eine Runde Ruhm am Revers … !), haben wir hier vorsorglich ein kleines Textbaustein-Archiv für Sie eingerichtet, aus dem Sie sich großzügig bedienen dürfen:

„Feinfühlige Poesie auf zwei Kanälen …“

(Vorarlberger Nachrichten)

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„Poetisches Auge trifft auf sprachliche Urgewalten …“

(FAZ)

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„Matus Worte schlagen mächtige Funken auf den Bildern von Schinski. Wir warten mit grosser Spannung auf das angekündigte Buch!“

(Berliner Zeitung)

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„Jonathan Safran Foer trinkt Mezcal mit Martin Parr [ … ] und der Horizont verdunkelt sich …“

(ZEIT-Magazin)

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„Netflix war gestern!“

(hubbabubb auf Facebook)

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„#süchtig. #matuschinski sind #salzundpfeffer auf dem #schaummeinertage …“

(sparklehorse69 auf Twitter)

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„Apokalyptische Schenkelklopfer“

(NZZ)

Hinweis:

Alle obenstehenden Rezensionen sind kompetent erstunken und erlogen, können aber durchaus Spuren von Wahrheit enthalten.

0246

Wir sind die Hüter all Eurer Geheimnisse, der dunkelsten Seiten und abtrünnigsten Gedanken.
Wir sind die Hirten, die Euren Glauben bewahren, die Euch zur Seite stehen.
Die für Euch beten, die stiller sind als jede Stunde.
Wir sind die Schäfer, die schweigend ihre Herde umrunden.
Die Zähne fletschen, wenn Gefahr droht.
Euch in den Arm nehmen.
Wir sind die, die immer ein Ohr haben, wenn jemand zuhören muss.
Die immer ein gutes Wort einlegen, auch wenn niemand zuhört.
Wir sind die, die Rücken an Rücken stehen.
Wir sind die Helden, die Ihr ruft.

0245

Müde dreht Ihr im Kreise einer Rastlosigkeit Eure Runden.
Der Familienaufstellung entkommt Ihr nur durch die Gnade einer späten Geburt .
Die Zaungäste stehen hinter ihren Zäunen und staunen nicht schlecht,
am Geschmack scheiden sich die Geister, während andere keine Meinung haben.
Ihr entschleunigt euch, seid in der Zahl mehr als ich zu zählen vermag und Euch ist es egal.
Tiefer als jede Stille ist das Wasser, welches durch Eure Adern fließt .
Es brechen sich die Lanzen für Euch und es hat eine Art,
wenn wir mit einem Gefühl von Neid behaftet sind.
Der Boden frisst sich gierig in unsere Beine und die Blicke verlieren ihre Kraft in einem unschuldigen Himmel.
Uns werden die Flügel verwehrt.
Mit Wachs an den Händen schmilzt die Sonne auf und davon und Deine blauen Augen.
Die machen mich ganz sentimental.