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Apropos.
Vielen Dank,dass Sie sich für ein Produkt aus unserem Hause entschieden haben.
Unsere Qualitäts- und Hygienestandards sind sehr hoch
aber sollten Sie dennoch Fehler am Produkt entdecken,
so zögern Sie nicht und senden uns die beschädigte Ware mit dem Kaufbeleg,
dem Ort des Einkaufs, der genauen Uhrzeit und Ihrem Reklamationsgrund zu.
Wir melden uns umgehend.
Bitte beachten Sie folgendes:
Der Abstand zum Objekt ist wichtig.
Etwa eine durchschnittliche Elle oder Speiche.
Je nachdem. Aber mindestens 38 Zentimeter.
Am besten, Sie befestigen die Papierrolle an einem handelsüblichen Papierrollenhalter.
Oder suchen sich eine Person ihres Vertrauens, die diesen Teil übernehmen könnte.
Mit beiden, keinesfalls feuchten Händen am Ende ziehen.
Bitte niemals von innen aufrollen. Danke.
Zügig aber ohne Hast dem Verlauf des Papiers folgen.
Lassen Sie dabei nie mehr als zwei bis drei Blätter von der Rolle.
Wichtig auch hier: keine Panik. Übung macht den Meister. Aber weiter.
Keinesfalls Ihre Rolle aus den Augen lassen.
An wirklich jeder Ecke lauern derzeit die Klopapier-Piraten. Weltweit.
Konzentrieren Sie sich auf den weiteren Ablauf und spüren die Fasern,
hier und da verstecken sich kleine und große Blumen.
Schön irgendwie und auch irgendwie schön.
Gerne können Sie die Rolle wieder in die andere Richtung bewegen.
Eine tolle Beschäftigung mit lieben Freunden zu Hause.
Schliessen Sie die Augen und stellen sich vor, wie es früher war.
Spüren Sie die Kraft Ihrer Erinnerungen.
Das tolle Gefühl, genug von allem zu haben.
So soll es auch hier sein. Bald.
Legen Sie nun maximal fünf Blatt pro Person und Tag übereinander.
Hierbei ist Vorsicht geboten .
Aber momentan ist das Tragen von Handschuhen Pflicht und somit sind die Finger fein raus.
Mal abgesehen davon, dass es wahnsinnigen Spass macht,
in absurden Mengen weisses, aufgerolltes Papier zu kaufen
bitte ich um Geduld an den Kassen und kaufen sie nur die Mengen,
die Sie tatsächlich tragen können.
Mehr steht Ihnen auch nicht.
Ich bedanke mich für Sie.

 

0167

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Diese Rolle ist Dir wie auf den Leib geschrieben.
In meist drei-lagiger, mehrschichtiger Gesellschaft
verbirgst Du im Stillen Deine Ansichten und verbürgst Dich.
In Sauberkeit und Amen.
Bete, dass am Anfang das Blatt hält, was es verspricht.
Bis zum Ende.
Bitter ist es allemal, der Letzte in der Reihe zu sein.
Abgezählt wehen traurig die Blätter aus dem Fenster.
Von weitem schon, das siehst Du bald, kommen die Horden.
Mit blutunterlaufenden Händen greifen Sie Dir in die Hüften und zerren.
Und reissen. Und schreien. Und kreischen. Und prügeln.
Der Satan hat Besitz ergriffen
und verrichtet sein Geschäft immer auf den gleichen Haufen.
Teuflisch gemein.
Erkenne gerade nicht mehr den Wert einer gebleichten Gardine,
den Sinn einer hausbesetzenden Panik.
Der Untergang wünscht sich Weihrauch herbei,
alle Untergebenen senken taub den Blick.
Dabei … ist Weiss eine Tatsache und sauber an der Perforation getrennt,
überleben auch die schlimmsten Zeiten ihre schlimmsten Phasen.
Jetzt schaue ich nochmal durch das Fernrohr
und sehe in der Ferne eine unsichtbare Wand auf uns zukommen.
Die Zeit steht still.

 

0166

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Auf lichthungrigen Lichtungen
leuchtet in Lichtgeschwindigkeit
eine gewisse Leichtigkeit.
Schwerelos, beinahe apathisch,
bedient sich die Schönheit
ihrer Zurückhaltung
und ehe sie sich versieht
ist sie blind vor Neugierde.
Verspätet macht die Sonne eine ganz persönliche Begegnung daraus,
während sich das Wasser nah ans Ufer traut.
Die Tränen laufen ihr dabei über das Gesicht.
Ich schaue ihnen zu, doch sehe sie nicht.
Leise schleicht der Schatten aus dem Bild,
geht Huckepack mit dem Sonnenuntergang
und entkommt so dem nadelstichtiefen, dunklen Wald.
Auf Wiedersehen.

 

/corona

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Matu

Ich kann Dich nicht sehen .
Ich kann Dich nicht schmecken .
Ich kann Dich nicht fühlen.
Und doch machst Du mir Angst.
Erkenne uns in Dir.
Wir nehmen uns alles.
Ausser uns selbst.
Vergesst nicht den Menschen in Euch,
den Menschen neben Euch.
Wir werden überleben, lasst uns nicht im Stich.
Tragt die Sanduhr unserer Vergänglichkeit immer in Sichtweite
und bleibt gesund.
Bis bald.

 

Schinski

Wir wollen hier nicht so tun, als sei nix.
Und genau deshalb machen wir weiter wie bisher.
Wir haben Angst.
Haben Hoffnung.
Halten die Augen auf.
Lassen die Worte kommen.
Irgendwann ist es vorbei.

 

#SocialDistancing
#StayTheFHome
#ficaemcasa

 

 

 

 

 

0165

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Der Haifisch.
Der Haifisch, der hat Flügel.
Die spannen sich, von hier nach dort.
Und wieder zurück.
Der Haifisch, der hat Augen.
Die fallen ihm wie Schuppen aus dem Gesicht.
Der Haifisch hat ein Lachen.
Das klingt oft böse, ist aber gut gemeint.
Der Haifisch, der hat Pläne.
Verrät sie aber niemandem
und plant den nächsten Überfall.
Der Haifisch, der hat Sorgen.
Denn wer berühmt ist,
den umspült der Ruhm
wie Meerwasser die Füße
und zerreisst den Boden.
Der Haifisch, der hat Wolken.
Die bindet er zu einem Zopf
und hängt sie an seinen Hinterkopf.
Der Haifisch hat eine Mission.
Zieht in ferne Länder und sein Wort in Gottes Ohr.
Der Haifisch, der hat Gräten.
Die brechen ihm alle Knochen.
Der Haifisch, der hat ein Messer.
Das steht ihm besonders gut,
schneidet dem Leben einen Anzug schön,
trägt im welligen Meer des Himmels
eine flauschige Krawatte.
Der Haifisch, das sieht man von weitem schon,
hat eine weisse Weste
und zeigt von sich nur das Beste.

 

0164

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Lasst uns beten.
Für unsere Schuld.
Für unsere Schande.
Für Gott.
Denn Gott vergisst.
Die Geschichte vergisst.
Möchte vergessen werden.
Wir vergessen nicht.
Niemals.
Langsam, wie in Zeitlupe verdurstet ein Leben.
Mitten in seinem Leben.
Zwischen Eurer Leben.
Unbemerkt.
Lasst uns beten für unsere Scham.
Und betteln für die Anklage.
Die Tat verrät den Täter und der Zuschauer schaut zu.
So stolpere ich hinein in eine Zeit voll unvorstellbarer Grausamkeiten.
Voll schmallippiger Überheblichkeiten einer verschollenen Nachdenklichkeit.
Einer entmenschlichten Menschlichkeit.
Verrat macht uns zu Verrätern.
Lasst uns beten.
Dass der jüngste Tag eine Horde apokalyptischer Reiter ist,
der die Verdammten in seinem Zorn verbrennt.
Ich schäme mich.

 

0163

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Am Anfang stand das Chaos.
Hat die Ordnung Hausarrest.
Bestimmt zerbricht gerade ein Herz aus Styropor
und bei dem Anblick treten die Meere über die Ufer.
Atme tief und atme ein,
die Versuchung lässt mich über Bord gehen.
Auf dem Wühltisch der Grausamkeiten verstecke ich gerne meine Klauen.
Tragetütenweise trage ich die Tüten auf eine Art und Weise,
dass es eine Art hat.
Der Weise hat dem gegenüber einen Nachteil,
der nichts weiss von alledem.
Das ist vorteilhaft.
Dem die Sorge ein Fremder ist
und Zuversicht ein Rätsel in der Tageszeitung.
Der keine Angst hat vor den schlechten Nachrichten,
beim Rasieren Kaugummi kaut
und die Pizza im Karton verschlingt.
Dem der Einwegbecher aus den Händen wächst
und die Zigarette versehentlich aber sehr vorsichtig
aus dem Seitenfenster fällt.
Dem alles zu viel wird, wenn es mal wieder darum geht,
sich richtig zu trennen. Los zu lassen.
Orte zu suchen, an denen man willkommen ist.
Auch mit Dreck unter den Nägeln.
Auch mit Schmutz unter den Lidern,
die Sonnenmilch läuft gerade ab.
Wieder und wieder an der sauren Milch betrunken
und keine Macht für Niemand.
Macht den kaputt, der alles kaputt macht.
Am Ende steht das Chaos.
Wir lieben verkaufsoffene Sonntage.