0237

Der Schreck.
Er sitzt Dir in den Gliedern.
Und Du guckst dumm aus der Wäsche.
Wie sollst Du Dich ab jetzt verhalten?
Du erkennst Dein wahres Ich und stiller als jeder See ruht Deine Wiederkehr in Dir.
Drehst Dich nicht um, flüchtest in den Tag hinein
und fischt mit der Geduld eines einarmigen Banditen nach diesem oder jenem.
In der Monotonie Deiner Leidenschaft ergibt sich ein wunderbares Wiedersehen.
Du entfremdest parallel deine Umgebung und der, der im Mittelpunkt steht bist wahrscheinlich schon wieder Du selbst.
Beachte den Rat der sieben Weisen.
Nicht dein Äusseres schmücke, sondern sei schön in Deinem Tun.
Es kommt erstens immer anders und zweitens als man denkt.

0236

Du schwitzt Blut.
Du schwitzt Wasser.
Fällst aus den Wolken und allen ist klar,
das die Streifen auf der Nadel zum Anzug gehören.
Du belügst den Schwindel.
Das erregt Aufsehen und die Öffentlichkeit.
Die ist mässig informiert und kaum interessiert.
Aber Du bist ein Kavalier.
Spielst auf der Klaviatur den Helden,
begehst das eine oder andere Delikt,
ein Kommissar geht um.
Auch Atlantis musste fallen, so wahr mir Gott helfe,
und streicht der graue Himmel die Landschaft in ein tonloses Einerlei,
so raunt uns zum Schluss noch ein hungriges Leben einen letzten Vers ins linke Ohr.

0235

Bloss weil Du den Wind mit Händen fängst,
liegt es in der Frisur der Dinge, dass eine Schuppe der anderen gleicht.
So wird aus einem Kind der Sehnsucht nun ein Mann des Zorns.
Dass aus dem Feuer Deiner Jugend ein spätburgundiger Abend im Ascheregen wird, ist Dir nicht erst seit gestern klar.
Die Springseile von früher dienen nur noch dazu, Deine immer gleichen Gedanken zu vertäuen.
Du versprichst den Anderen mit weinrot geränderten Augen das Blaue ins Meer und vergisst Dich dabei,
während um uns herum alle Gräten brechen.
Wärst du der Fisch, so würdest Du versuchen, alle Wunden zu nähen – und leise, ganz leise zerkaut Dich dabei die Zeit.
Als ich zum letzten Mal Luft hole, sehe ich, wie Dich die Sonne zerteilt.
Danach greife ich in ein Netz aus Lügen und ergebe mich dem Appetit einer zügellosen Gier.