0283

Du treibst die Meute vor Dir her
wie eine Herde sorgloser Gedanken.
Wickelst dich dabei in Watte und die Anderen um Deine Finger.
In Deinen Stiefeln läufst du die sieben Meilen in weniger als nötig
und du weisst, dass man auch als Vorletzter
vom eigenen Hund gebissen werden kann.
Halte Dich an der kurzen Leine
und bitte mache das Licht aus,
wenn Du gehen solltest.

/mediaservice

Matu & Schinski werben seit ihrer Geburt im September 2018 nicht besonders aktiv für sich und  ihre Reichweite endet wahrscheinlich am Zaun ihrer Schrebergärten.
Die beiden wischen ihre Smartphones lieber in den Flugmodus,
lassen auf ihren Djembes die Slaps knallen,
spalten Holz und Haare,
hören Andy Partridge
oder geniessen das Knacken der morschen Äste bei knusprigen Fahrradtouren in die Funklöcher Brandenburgs.

Deshalb ist – nüchtern betrachtet – die Wahrscheinlichkeit, unbekannt und
unerkannt zu bleiben, recht hoch.

Für den Fall, daß die Damen und Herren aus den Feuilletons und Verlagen trotzdem über unsere Rohdiamanten stolpern sollten (Ja! Entdecken Sie uns! Das sichert Ihnen dickes Lob Ihres Ressortleiters und uns eine Runde Ruhm am Revers … !), haben wir hier vorsorglich ein kleines Textbaustein-Archiv für Sie eingerichtet, aus dem Sie sich großzügig bedienen dürfen:

„Feinfühlige Poesie auf zwei Kanälen …“

(Vorarlberger Nachrichten)

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„Poetisches Auge trifft auf sprachliche Urgewalten …“

(FAZ)

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„Matus Worte schlagen mächtige Funken auf den Bildern von Schinski. Wir warten mit grosser Spannung auf das angekündigte Buch!“

(Berliner Zeitung)

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„Jonathan Safran Foer trinkt Mezcal mit Martin Parr [ … ] und der Horizont verdunkelt sich …“

(ZEIT-Magazin)

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„Netflix war gestern!“

(hubbabubb auf Facebook)

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„#süchtig. #matuschinski sind #salzundpfeffer auf dem #schaummeinertage …“

(sparklehorse69 auf X)

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„Apokalyptische Schenkelklopfer“

(NZZ)

Hinweis:

Alle obenstehenden Rezensionen sind kompetent erstunken und erlogen, können aber durchaus Spuren von Wahrheit enthalten.

0282

Man munkelt, Du hättest alle Schäfchen im Trockenen.
Fährst aber von Pontius zu Pilatus und schnitzt Dir Deine Welt, wie Sie Dir gefällt.
Dabei hast Du das Rad neu erfunden,
entkommst Deinem Schatten auf der Überholspur
und drehst dem Drahtesel ein Ohr.
Im Versprechen zu Dir selbst hälst Du die Waage
während alle anderen sich im Widerspruch verstricken
wie eine Laufmasche im Gestrüpp.
Bei der Abreise verabschiedest Du Dich als Kavalier
und startest bei Sonnenaufgang
während alle anderen die Mitttagsmaschine nehmen müssen.
In spiritus sancti.

0281

Ich bin.
Mit der gebotenen Eile schwimme ich
mit schuppigen Flügeln
durch ein wogendes Meer voller Flammen
und lösche meinen feurigen Durst
mit der Asche unserer letzten Begegnung.
Schaue Dir in einem kleinen Zeitfenster hinterher
und fliege in einem dornigen Drachenkleid
in das Universum eines Erinnern davon.
Du bist.

0280

Du bewahrst dir deine Schwächen
und arbeitest, bis der Arzt kommt.
Beisst Dich durch die Zeit wie eine Maus durch den Käse
und bist dabei eher Freund als Kupferstecher.
Aus Mangel an Beweisen überzeuge ich Dich von der Gegenwart.
Vom Bauchgefühl habe ich da ein richtig gutes Feeling
aber lieber verrate ich nicht zuviel.
Denn wenn der Reis an der Leine zieht,
dann bleibt der Durst auf der Strecke.
Und wie Du siehst, kann man sich auch täuschen
und verliert sich dann in Worten und Geschwätz.

Alle Texte © Matu
Alle Bilder & Videos © Schinski

Bei Interesse an Bild-, Text- oder Audionutzungen,
oder wenn Sie mit uns ausstellen möchten

senden Sie bitte eine Mail an smiling_monkey@gmx.de

Sämtliche Bilder, Texte Videos und Audios auf den matuschinski-Webseiten sind ausschliesslich zum Betrachten und Hören bestimmt. Keines der Bilder, Audio, Videos und keiner der Texte darf in welcher Form auch immer ohne ausdrückliche schriftliche Zustimmung der Urheber gespeichert, reproduziert oder in sonstiger Form genutzt werden.

Auf unsere Webseiten darf gelinkt werden.

matuschinski.com
vimeo.com/matuschinski

0276

Ich habe Dich zum Fressen gerne, sagte der Besen.
Und legte sich sanft in die Augen eines Betrachters.
Ich habe Dich gerne in meiner Nähe, sagte die Stille.
Und rief tief aus mir heraus.
Ich möchte gerne mehr mit Dir unternehmen, sagte die Zeit.
Und schielte dabei auf die Uhr.
Ich hätte gerne mehr Vertrauen zu dir, sagte das Gewissen.
Und biss sich an mir fest.
Ich brauche mehr Freiheit, sagte die Liebe.
Und ließ mich nicht mehr los.
Ich würde gerne mehr mit dir tanzen, sagte Dein Bauch.
Und dann drehen wir uns. Vergessen uns.
Ich würde gerne mehr applaudieren, sagten Deine Hände.
Und schon verstecken sie sich in den Taschen fremder Leute.
Ich würde gerne mehr mit Dir singen, sagte Deine Stimme.
Und ich höre ihr endlich mal zu.
Ich würde gerne sehen was Du siehst, sagten Deine Augen.
Und aus dem einen floss eine Träne, in dem anderen wohnt ein Krokodil.
Ich hätte gerne mehr Haare zum schütteln, sagte die Frisur.
Und der Kamm findet nur noch Halt in Deiner Hosentasche.
Ich bete, dass manche Dinge nie enden, sagte die Stimmung.
Und der Jubel schreit über das Feld.
Ich wünschte, Du hättest mehr Glauben, sagte die Religion.
Und hinter mir lacht der Schabernack.