
Bei Stau bilden Sie unbedingt eine Rettungsgasse!

Bei Stau bilden Sie unbedingt eine Rettungsgasse!

Mein lieber Scholli.
Im schwarzgeräderten Licht trägst Du
Dein zitronengelbes Kleid aus Lakritz gestärktem Zwirn
so lässig über Deinen Schultern,
dass die Masse an der Rampe versucht,
ihre beschlagenen Körper in einem Meer aus Tönen zu versenken.
Es wird dem Ohrwurm hinterher gejagt, dass es eine Freude ist
und die Scheinwerfer – die trauen sich in Dein Gesicht.
Bevor Du jedoch spielst die Laute mit kundigem Daumen
flüchtet sich die Nacht nach draussen
und Du spielst auf der Gästeliste die letzte Geige.
An der Garderobe verlieren sich Deine Spuren
und der Himmel ist mal wieder wie gemalt.

Ihr seid schon immer die schwarzen Schafe gewesen.
Bis heute.
Zu Ostern legt ihr mal ein Ei,
das bringt die anderen auf die Palme.
Volle Möhre genießt Ihr Euer Leben
und erinnert dabei an Bonny und Clyde,
auf der Überholspur zieht Ihr schneller als Euer Schatten.
Wer glaubt, kommt in den Zylinder.
Gott sei Dank dürft Ihr jedes Jahr auferstehen,
dabei entdeckt Ihr Euch in längst vergessenen Verstecken.
In nomine Patris et Filii et Spiritus Sancti.

Von Null auf Komma nix stiehlst Du der Lampe das Licht
und verscheuchst die Sau von der Rampe.
Dabei bedienst du Dich an der Stimmung,
die Achterbahn fährt eine doppelte Sieben
und das Steuer in Deinen Händen steht Dir gut.
Du flambierst Dich,
flankierst Dich,
fokussierst Dich,
genierst Dich
und zum Schluss.
Blamierst Dich.
Entschuldige Dich
und hole Dir Dein Gesicht an der Garderobe ab.

Geht ein Indianer zu Friseur.
Kommt heraus.
Pony weg.

Im Spiegel sehe ich Dein Gesicht. Du fühlst Dich gut.
Drei mal Naseweis kann sich nicht irren und Du hast das Recht dazu.
Schnüffelst in fremden Geschichten herum und machst die Pfannen verrückt,
Geschäfte erledigst Du am liebsten an der Haustüre.
Trägst die Frisur Deiner Herrschaften und führst die Leine spazieren.
Am liebsten kraulst Du die Gedanken in anderer Leute Köpfe,
knöpfst Dir den Hasen vor die Brust
und strickst den dicksten Wollpullover für den nahenden Winter.
Du atmest ein. Und atmest aus.
Ist die Katze gesund, freut sich der Hund.

Im Dunstkreis einer leisen Ahnung findest Du Dich als Zaungast auf der Balustrade wieder.
Staunst nicht schlecht und schleichst zu Beginn langsam den einzelnen Tönen hinterher.
Laut pulsiert Dein Herzschlag und bestimmt sicherlich bald den Ablauf des Abends,
der Bass massiert Dein Knie.
Nun siehst Du wirklich und leibhaftig, dass die Farben aus den Boxen tropfen,
verkleidet in einem Mantel aus Harmonie .
Du traust Deinen Augen nicht und umarmst bei nächster Gelegenheit die Stimmung um Dich herum.
Nimmst Dir selber das Versprechen ab, dieses Gefühl nie wieder zu versäumen.
Der Applaus ist Dir sicher.
Später fällt noch irgendwo ein Vorhang zu Boden
und der Besen kehrt Dich zurück auf die Straße.

Täglich einen Apfel essen und Du kannst den Zahnarzt bald vergessen.

Enthaltsamkeit ist eine leichte Kür,
wenn Du sie denn beherrscht.
Vergänglichkeit ist ein langer Atem,
der kürzer wird, wenn Du ihn zu kontrollieren versuchst.
Bescheidenheit ist eine Lüge,
in der Du Dich selbst betrügst.
Masslosigkeit ist eine Sünde,
die Dir zum Verhängnis werden kann.
Eitelkeit ein Gespenst,
das dich das Fürchten lehrt.
Später frisst sich der Besen durch die Unordnung
und nachdem Du Dir die Haare schön gemacht hast,
grüsst Dich Dein Friseur zum Abschied
und wir sehen uns auf der Zielgeraden,
wenn Du Dir die Treue hältst.
Bitte gehen Sie das nächste Mal zur Wahl
und lassen den Hund an der Leine.

Du lebst auf der Kehrseite Deiner Medaille
und entzündest Dich im wesentlichen an Dir selbst.
Bist Deiner Linie treu und verschenkst dabei keine Mühen,
um zumindest eins Deiner Ziele zu erreichen.
Deine Gedanken kreisen im Wandel der Zuflucht
und im Schatten Deiner Unvernunft
verscheuchst Du die Lichtgestalten von Deinen Schultern.
Bis die Sonne aufgeht.
Später nimmst Du noch die Mittagsmaschine
und flüchtest vor Deiner eigenen Kapitulation.
Du hast die Courage
und ich glaube fest daran, dass es so ist.