0282

Man munkelt, Du hättest alle Schäfchen im Trockenen.
Fährst aber von Pontius zu Pilatus und schnitzt Dir Deine Welt, wie Sie Dir gefällt.
Dabei hast Du das Rad neu erfunden,
entkommst Deinem Schatten auf der Überholspur
und drehst dem Drahtesel ein Ohr.
Im Versprechen zu Dir selbst hälst Du die Waage
während alle anderen sich im Widerspruch verstricken
wie eine Laufmasche im Gestrüpp.
Bei der Abreise verabschiedest Du Dich als Kavalier
und startest bei Sonnenaufgang
während alle anderen die Mitttagsmaschine nehmen müssen.
In spiritus sancti.

0281

Ich bin.
Mit der gebotenen Eile schwimme ich
mit schuppigen Flügeln
durch ein wogendes Meer voller Flammen
und lösche meinen feurigen Durst
mit der Asche unserer letzten Begegnung.
Schaue Dir in einem kleinen Zeitfenster hinterher
und fliege in einem dornigen Drachenkleid
in das Universum eines Erinnern davon.
Du bist.

0280

Du bewahrst dir deine Schwächen
und arbeitest, bis der Arzt kommt.
Beisst Dich durch die Zeit wie eine Maus durch den Käse
und bist dabei eher Freund als Kupferstecher.
Aus Mangel an Beweisen überzeuge ich Dich von der Gegenwart.
Vom Bauchgefühl habe ich da ein richtig gutes Feeling
aber lieber verrate ich nicht zuviel.
Denn wenn der Reis an der Leine zieht,
dann bleibt der Durst auf der Strecke.
Und wie Du siehst, kann man sich auch täuschen
und verliert sich dann in Worten und Geschwätz.

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0276

Ich habe Dich zum Fressen gerne, sagte der Besen.
Und legte sich sanft in die Augen eines Betrachters.
Ich habe Dich gerne in meiner Nähe, sagte die Stille.
Und rief tief aus mir heraus.
Ich möchte gerne mehr mit Dir unternehmen, sagte die Zeit.
Und schielte dabei auf die Uhr.
Ich hätte gerne mehr Vertrauen zu dir, sagte das Gewissen.
Und biss sich an mir fest.
Ich brauche mehr Freiheit, sagte die Liebe.
Und ließ mich nicht mehr los.
Ich würde gerne mehr mit dir tanzen, sagte Dein Bauch.
Und dann drehen wir uns. Vergessen uns.
Ich würde gerne mehr applaudieren, sagten Deine Hände.
Und schon verstecken sie sich in den Taschen fremder Leute.
Ich würde gerne mehr mit Dir singen, sagte Deine Stimme.
Und ich höre ihr endlich mal zu.
Ich würde gerne sehen was Du siehst, sagten Deine Augen.
Und aus dem einen floss eine Träne, in dem anderen wohnt ein Krokodil.
Ich hätte gerne mehr Haare zum schütteln, sagte die Frisur.
Und der Kamm findet nur noch Halt in Deiner Hosentasche.
Ich bete, dass manche Dinge nie enden, sagte die Stimmung.
Und der Jubel schreit über das Feld.
Ich wünschte, Du hättest mehr Glauben, sagte die Religion.
Und hinter mir lacht der Schabernack.

0275

Der Teufel hat Dich an die Wand gemalt.
Und im Zweifel malt der Einfall mit dem Pinsel.
Auf Deiner eigenen ToDo Liste stehst Du ganz oben.
Das setzt Dich teilweise unter Druck.
Aber andererseits beisst die Maus auch keinen Faden ab,
wenn sich der Spiess mal umdrehen lässt.
Lässt Dir den Mund mit Seife auswaschen,
das darf Dir ruhig spanisch vorkommen.
Der Moment schweisst Dir ein neues Angesicht.
Von Angesicht zu Angstgesicht.
Zu Angesicht.
Gleich eine Strasse weiter werden die Persilscheine verteilt
als ob es kein Morgen gibt.

0274

So wirft sich wie ein Vergessen der Schatten über unsere Gesichter.
Mut wird zur Verzweiflung,
Hoffnung findet Gnade im Gelächter vergangener Zeiten.
Auch die Liebe ist ein scheuer Vogel geworden,
sitzt nur zufällig auf hängenden Schultern.
Immer auf der Hut und zum Abflug bereit.
Wir schließen die Augen,
die Lider im Wind der Träume gespannt
und jede Reise ist eine Reise zu uns selbst.
Aus der naiven Neugier
ist eine melancholische Gleichgültigkeit geworden,
die uns erschreckt .
Lüften die Geheimnisse nur noch zu sachdienstlichen Hinweisen.
Der Wald umarmt den Gesang der Vögel,
wir sind die Besucher in einem Konzert aus Missverständnissen
und stossen uns unsere tauben Ohren.
Am Abend decken wir uns schließlich mit dem Schaum der Tage zu
und verdienen uns so eins um andere mal
ängstlich aber nicht allein sein zu wollen.