0226

Wer bist Du. 
Du hast so viele Gesichter und versteckst Dich hinter ihnen,
wann zeigst Du Dich.
Kann ich Dir jemals wieder vertrauen.
Irgendwann verstehe ich Dich vielleicht,
so lange spaltet sich vier Augen tief Dein Geheimnis.
Du wäscht mit Deinen Gefühlen die Herzen rein
und rasierst nebenbei meine Hoffnung ab,
wie ein frisch gewachsener Rasen an einem frühen Aprilmorgen.
Wenn der Frost noch alle Glieder in seinem Besitz hat
und die Lauer sich hingelegt, um abzuwarten.
Sich die Ungeduld in Geduld üben muss,
die Sonne vergessen hat, unsere Herzen zu gießen
und ich in einem Schloss aus Demut
mit Glas um mich werfe, bis die Blicke platzen.
Wenn ich noch einmal die Möglichkeit hätte,
so würde ich diese Stille mit einem Schuss erledigen
und mich in Deinem Schoss betten.
Doch ist der Raum zu klein für uns, ich fische mich heraus,
hinter mir der Himmel und darüber das Meer.

0225

Du kannst Dir selbst kaum das Wasser reichen,
der Schatten steht Dir bis zum Hals und Kummer bist Du gewohnt.
Irrst wie ein Tollpatsch durchs Leben,
es knackt die Thrombose zu jeder Zeit
und Deine Meinungsfreiheit steht auf der Gästeliste.
Zeitgleich verschenkst Du Deinen Händedruck.
Wärst Du ein Vogel, die Flügel ins Dreieck gespannt.
Wärst Du ein Frosch, wir betreten neue Wege.
Wärst du ein Ei, wer weiss, wie lange hälst Du das aus.
Wärst du ein Gefangener, hauteng schnürt das Kleid. Das kleine Schwarze.
Wärst Du ein Mensch, Du traust dich was.
Beatmest in einem fort Deine Kritiker. Ohne Luft zu holen.
Wärst Du eine Raute, würdest du Dir parallel im Winkel gegenüber liegen
und wärst im Diagonalen symmetrisch.
Später erkennst Du, es ist die Achse, um die sich alles dreht.
Unbefugten ist das Bestaunen bis auf Weiteres nicht gestattet.