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Lasst uns beten.
Für unsere Schuld.
Für unsere Schande.
Für Gott.
Denn Gott vergisst.
Die Geschichte vergisst.
Möchte vergessen werden.
Wir vergessen nicht.
Niemals.
Langsam, wie in Zeitlupe verdurstet ein Leben.
Mitten in seinem Leben.
Zwischen Eurer Leben.
Unbemerkt.
Lasst uns beten für unsere Scham.
Und betteln für die Anklage.
Die Tat verrät den Täter und der Zuschauer schaut zu.
So stolpere ich hinein in eine Zeit voll unvorstellbarer Grausamkeiten.
Voll schmallippiger Überheblichkeiten einer verschollenen Nachdenklichkeit.
Einer entmenschlichten Menschlichkeit.
Verrat macht uns zu Verrätern.
Lasst uns beten.
Dass der jüngste Tag eine Horde apokalyptischer Reiter ist,
der die Verdammten in seinem Zorn verbrennt.
Ich schäme mich.

 

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