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Tagein, tagaus wäscht eine Hand die andere,
die letzte wäscht das Gesicht.
Blind vor Zuneigung kraule ich die Bilder in meinem Kopf
und hüte mich, wie der Schäfer seine Schafe.
Bin ich der, den die Anderen in mir sehen wollen,
oder hat mich meine Geburt vertauscht.
Habe ich mich in mein Ich verliebt,
heute scheint mich der Tag zu vergessen.
Leise treibt mich die Zeit vor sich her.
Bin ich ein Astronaut im Dunstkreis meiner Umlaufbahn,
ein Taucher, der im Wasserglas ertrinkt.
Ein Schauspieler, den die letzte Einstellung erschiesst.
Ein Pilot, der Flugangst hat.
Ein Pfarrer, der vor allem sich selbst nicht mag.
Ein Seiltänzer, der Höhenangst hat.
Oder bin ich ein Verräter, mit der Furcht davor, selbst verraten zu werden.
Jetzt lege ich mir noch ein Kissen zurecht,
schaue aus mir heraus
und meine, zu verstehen.
Sicher bin ich mir nicht.
Sicher ist nur das Amen in der Kirche.

 

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