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Vor mir, der gelbe Wagen.
Ich möchte noch ein wenig schauen.
Elegant lege ich mich zu Deiner Waagerechten,
ab dem Mittag hat die Trägheit vor lauter Müdigkeit ihren Schlafzimmerblick aufgesetzt.
Landauf und flussabwärts drehen alle am Rad,
die Sonne – die Hitze steht ihr besonders gut –
schiesst mit ihren Strahlen Löcher in meine Figur.
Der Fahrtwind schmilzt wie ein letzter Kuss auf der Haut.
Ich spanne die Sehnen und jage die Landschaft vor mir her,
im Vorbeirasen nicken die Scharen unbewohnter Blumenstiele,
verblühender Mohn, ein tränendes Herz weint am Wegesrand.
Vielleicht schenke ich ihnen nach der Rückkehr ein neues Leben.
Bei meiner Ankunft zeige ich den Übrigen noch den Kalender,
wie aus einer anderen Zeit gefallen,
stehle einem pensioniertem Arzt seinen Doktortitel
und verordne mir eine Woche Bettruhe.

 

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