0219

Du schliesst meine Augen.
Ich sah einen Engel,
der ritt auf einem Esel aus Draht vorbei,
der hatte Nerven aus Stahl.
Ich lege mein Pflasterherz an seine Kette wie einen streunenden Hund,
der nicht mehr umherirren darf.
Der Sattel, er war eine Stütze in all den Jahren.
Im Korb geben waren die Anderen nie schlechter
und im Sommer lauerte der Wolf am Erdbeerfeld. 
Im Vorbeifahren hatte die Großmutter nicht selten grosse Augen,
abends habe ich ihre Kittelschürze beweint.
Der Schulweg fand immer vor der Schule statt,
zu Fuss kam ich mir vor, als wären wir doch keine Helden.
Hinterher ist der Schlaue um einiges gescheiter.
Schnell noch den Gepäckträger verkauft und den Akku aufgeladen,
die drei Bar auf den Venen geben Dir Rückenwind,
auch wenn es meist nur bergauf geht.
Im Fluss baden die Pedale, die Füsse auf dem Lenker
und der Fahrtwind zerstört jegliche Kommunikation
und wenn wir uns nach einer gefühlten Ewigkeit getrennt haben voneinander,
den guten und den schlechten Jahren.
Dann tanzen wir am Vorabend noch einen letzten Reigen
und anschliessend geht die Welle über Bord.
Nach einer Weile ist die Perforation des Alters in Deinem Gesicht zu erkennen.
Meins wende ich ab, schraube mir eine Klingel ans Ohr
und warte darauf, dass irgendetwas passiert.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s