0043

043_S

 

Gott sprach,
Ihr wollt erobern den Himmel und zerstören mein Heim
und mich verstehen.
Dann nehme ich den Menschen die Sprache und strafe euch mit Unverständnis,
zurück bleiben stumme Ohren, taube Blicke.
Steht dann einsam, kalt und stahlzerfressen
streichen die Wolken vorbei.
Die Stufen führen ins Jenseits und an der aufgemalten
Türe zerbrechen Eure Köpfe.
Legt Feuer an den Bach Eurer Hoffnung und erwartet nicht das
Paradies.

 

Audiochristine

 

0042

042_S

 

Gestatten, Gevatter Rot.
Gestriegelt pulsiert die Masse.
Gestiefelt verweigert der Kater den Sprung.
Gesprächig läuft die Glut ins
Gespräch, wir überwinden die brennende
Gletscherspalte des Schweigens.
Glückspilze wachsen immer in der Nähe des Feuers. Immer.
Grandios räkelt sich die lodernde
Grapefruit in meiner Hand, ich.
Grüße zum Abschied und verschwinde im
All.

 

Audiojohanna

 

0041

041_S

 

Da fliegt mir das Blech weg.
Deine Umarmung tut mir gut,
Du strafst mein schlechtes Wesen nicht mit Ignoranz,
Gänsehaut liegt in der Luft.
Ganz nah bin ich,
die Dominanz steht Dir perfekt,
das enge Stahlkleid betont die Schärfe.
Wahrscheinlich überlebe ich unsere Begegnung nicht,
aber hinter den Schmerzen steht das jüngste Gericht.

 

0040

040_S

 

Sehet, welch ein Mensch.
Er ist einsamer als die Wahrheit und flüchtiger als jeder Fluch.
Als Hausmeister zu schön und als Callboy zu ehrlich,
verdient sympathisch und gerne zu Fuss auf dem Wasser unterwegs,
im Kreisel seiner zwölf Aphorismen ins Gespräch vertieft.
Schon früh am Tage, noch vom Abendrot betrunken, als Fisch verkleidet
sich unters Volk gemischt, und dem Bäcker wurde das Brot gestohlen.
Man warf Steine, die sich in Schmetterlinge verwandelten,
und schwamm den Kreuzen hinterher.
Und zu guter Letzt versprach sich sein eigen Fleisch und Blut
mehr davon,
dem König die Krone zu stehlen, während sich der Rest
die Füsse wusch.

 

Audioarne

 

 

0039

039_S

 

Male mir die Weste an,
streiche die Luftschlösser weiss
und korrigiere Farbfehler an meinen Zähnen.
Komme mir nicht zu nah, oder doch.
Dein Fußabdruck in meinem Gesicht,
auf dem Fußboden und als Sternzeichen in meinem Kalender.
Rolle rückwärts und mit strohhalmiger Gier
trinke ich meine Seele hell.
Zum Schluß zeichne ich mir noch einen Anker
auf den Arm und sollte je ein Schiff
an meiner Brust sinken,
ich belebe den Steuermann und füttere die Fische.

 

0038

038_S

 

Eingeeckt verliere ich ständig beim Taschenbillard,
als Stricher verpasse ich immer den Strich und meine Waschmaschine
hat der Autoverkäufer.
Stil kann man auch als Stilblüte nicht erwerben,
diese verwelkt am Straßenrand.
Lässig stehle ich mir den Tag und meine Haltung
erinnert an fliehende Stürme.
Du sagst, du holst mich ab und die Monate vergehen.
Kenne jede Pore im Asphalt und betrinke mich
am Rand einer Pfütze mit den Spatzen.
Vielleicht entwende ich später noch jemandem sein Lachen,
springe mit dem Seil über Wolken und schließe einen Pakt
mit der Sparkasse.

 

Audiopeter

 

0037

037_S

 

Schneller als die Polizei erlaubt werden die Bilder vorbei getragen,
die Stunden laufen um die Wette,
ich weine weiter auf die Zeit, tropft aufs Glas.
Das Schnelle schleudert mich nach vorn,
an der Seite flankiert eine Holzarmee aus armen Rittern,
kämpfen mit kurzen Stecken gegen ein Stahlroß aus Wut.
Eile zur Hilfe und lege dem Drachen Feuer,
der Rachen speit Glut und Erbarmen.
Ich liege den Sterbenden in den Ohren und
der Schaffner bittet um den Passierschein.

 

0036

036_S

 

Versumpfe als adipöser Kreis
in lächerlich schöner Umgebung.
Die Beine verschenkt stecke ich fest,
in einem Anblick,
der nie enden wird.
Erzähle aus zu Stein gemauertem Mund
die windgegerbten Geschichten
mit Sonnenaufgang gekniffenem Auge
und einem Haupt,
das sich im Mond verbeugt.
Dankbar heulen die Wölfe.