0056

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Ich stehe in Flammen,
Du brennst mit mir um die Wette.
Zur Hölle mit der Dunkelheit,
wir verbrennen die Nacht.
Lichtadrig läuft das Grelle ins Auge,
verletze mich an den feurigen Nadelstichen
und genieße Deine Vorwürfe.
Klettere durch einen Wald voll brennender Stimmen,
die Lichtschaukel trägt mich davon,
klebe wie ein Glas Honig an einer gezweigten Kreuzung,
kämme mir das Haar und betrinke mich an
Deiner Wärme.

 

0054

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Collagiere meinen Lidschatten,
entzünde die Unordnung und vernichte die Anordnungen.
In der Vielfalt liegt der Duft und der Vielfraß
lebt sehr gut davon.
Betrunken zerschneide ich den Tag und klebe ihn an der
nächsten Ecke wieder zusammen.
Verlässlich gut hilft mir meine Vergänglichkeit dabei und das Wissen,
ein Gast in einem Fenster aus Zeit zu sein.

 

Audiogaëtan

 

 

0053

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Wir stehen uns hier die Bäuche rund,
plaudern auch in fremden Sprachen aneinander vorbei,
das eigene Wort erkennt mich kaum.
Im Vorfeld grinst das Gesicht vorwurfsvoll,
träume mich gerne ins Heimweh und die Kraft der Mitte
gibt mir Recht.
Zur Linken ruhen die Berge, in der Sonne schmilzt mein
süßestes Lächeln.
Die Heimat versteckt sich vor mir,
ein Händedruck verreist mit meinen Koffern und ein
Taschentuch gibt den Tränen
Halt.

 

0052

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Im Spiegelbild parke ich das Gesicht,
lege meine Zunge an die Wahrheit.
Lügen haben kurze Beine,
ich verstecke mich im Kleiderschrank.
Meine Nase klopft an die Türe,
ich kämpfe mit der Waage aller Gerechtigkeiten in mir.
Das Blitzgewitter stellt mich bloß,
ich springe mit dem Regenschirm in der Hand vom Balkon.
Möchte ein anderer sein, nicht die Summe meiner Jahre. Aber.
Mach Dir zum Freund, was du nicht besiegen kannst.

 

Audioanke

 

0051

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Ich bleibe meiner Linie treu und bin dabei eher
blaublütig als blutrünstig.
Ziehe mit voller Kraft die Waagerechte in die Länge,
bis auch diese hat ihren Spaß daran.
Verbinde die Himmelsrichtungen mit meinen Vorstellungen,
der blauäugige Fluß begleitet mich dabei.
Irgendwann habe ich die Taschen voller Geld und kaufe mir ein Segelboot,
die Matrosen singen ihre Lieder.

 

Audiogötz

 

0050

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Im Quadrat eher käsig,
in der Mitte eher mittig,
schielt ein salamiges Lächeln zu Dir und
der Clown versteckt seine Nasen auf der Spiegelwand,
die brotbeschwert eher unbewegt den Winkel auskostet,
an dem ihr Leben hängt.
Eine kleine Armee aus vergurkten Begegnungen entlädt sich
im Blitzgewitter des liebgewonnenen Tages,
die Musikanten lecken sich schunkelnd
die butterweichen Finger.
Der Sitznachbar wird zum Platzhirsch
und später dann zum Gejagten,
seine Spur verliert sich im hasenhakenschlagenden
Getümmel.

 

Audiomaya

 

 

0048

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Sahnig schmirgelt der Sound posthum
an der Rauhfaser entlang,
das Laute gebärdet sich wie verrückt,
Unterdrücktes kommt ans Licht,
im Schatten wohnen die leergewohnten
Zweifel.
Hätte ich meine Augen verliehen,
die Hände würden Geschichten ertasten,
mein Biss geht quer durch die Wand.
Mit affenartiger Geschwindigkeit peitsche ich meinen
Schlitten durch die Eislandschaft,
die Kufen zerstören die aalglatte Haut.
Am Ende fliesst der Eierlikör in absurden Mengen,
der nächste Morgen gehört verboten.

 

0047

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Au weia, der Hahn legt keine Eier
und ich mich auf die Lauer.
Aber von Dauer kann das auch nicht sein.
Ein Zustand, eine Atmosphäre, die mich zur Weißglut bringt,
mich zum Aufbruch zwingt.
Überall und immer das Gerede und Gegacker,
ich mach mich vom Acker.
Diese Masse zwingt mich zur Flucht,
auch wenn dies hat wenig Klasse.
Denn.
Unter vielen ist man einsam,
da bin ich lieber allein und kehre
Heim.

 

Audiojeff