0030

030_S

 

Nun weint Dir der Regen direkt ins offene Gebein
und der Wind vermählt sich mit Deinem zerzausten Haar.
Die eingeschlagene Stirn verdeckt die Sicht.
Umarme die geraden Linien und vermeide weitere Unfälle.
Wirf nie den letzten Stein.
Versetze statt dessen lieber Berge
und tränke den Brunnen.
Repariere Dein zerstörendes Gelächter.
Und zum Schluß, brich bitte Dein Versprechen nicht
und vergnüge Deine dunkle Seite.

 

0027

027_S

 

Segelohr und weit und breit kein Wässerchen
und trübe sind die Aussichten auf Besserung.
Schwer wie eine Nuß hafte ich für meine Haltung,
der Rückenwind schäumt das Erdreich auf,
ich fliege davon und verfolge doch nur ein Ziel.
Als Seiltänzer im falschen Körper und als Ballerina zu bunt
vertreibe ich dem Spaß die Zeit
und halte die Luft an,
bis Du mich mit nach Hause nimmst.

 

Audiomatuschinskinha

 

 

 

0025

025_S

 

Klare Linien folgen jeder Anweisung,
ich schiebe nichts auf,
sehe plötzlich ein reines Gewissen.
Schön kratzt eine Klarheit ins Bild
und leise klopft eine Hand
an meine Erinnerung. Dann.
Ein Häufchen Elend kniet vor meiner Tür,
schäbig fühle ich den Erfolg meiner Taten
und stürze belanglos in eine angenehme
Leere.
Unten warten die weinenden Krokodile.

 

0024

24_S

 

Bekleide mich, Ton um Ton.
Mein Innerstes spinnt sich an der Seite bunt,
obwohl alles scheint nur schwarz und weiß.
Im Geflügel aus Holz suche ich ein passendes Gewand
und die Füße scharren.
Die Kehle schnürt und das Kehrblech im Mund
verbiete ich mir Satz um Satz.
Schweige und bitte nimm den Hut,
Deine Stirn schleudert Dein Bild
aus dem Fenster.
Ich warte auf dem Gehweg und greife
nach Dir.
Im Fortgehen verlieren wir uns,
Schritt um Schritt.

 

Audioantje

 

 

0023

023_S

 

Der Vorhang schlägt nach dem aufgeregten
Klatschen des Publikums um sich
und genau ein Auge bleibt trocken.
Ein Gähnen verrät die Anwesenheit
von Müdigkeit, die Anspannung lädt ein zum
Aufbruch.
Unbemerkt steigt der Ballon aus Licht und
entzieht sich der Verantwortung.
Ein leises Husten begleitet die Nacht,
erinnert an die verschluckte Dunkelheit,
warm klettert der nächste Tag in Dein Leben.

 

Audiolisa

 

 

 

0021

021_S

 

Es zieht mich, in die Länge.
Dehnt mich nach innen und an meinen Füßen
kitzeln die Würmer.
Die Luft ist zu schwer, um mich zu tragen,
gerne wäre ich wie Du.
Und komme Dir nicht hinterher
und Du mir nicht davon.
Rudere mich am blättrigen Regen taub
und verlange ein Versprechen.
Der letzte Kuß spaltet mein Gesicht
und ein Blitz fotografiert mich blind.

 

Audiopedro