0040

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Sehet, welch ein Mensch.
Er ist einsamer als die Wahrheit und flüchtiger als jeder Fluch.
Als Hausmeister zu schön und als Callboy zu ehrlich,
verdient sympathisch und gerne zu Fuss auf dem Wasser unterwegs,
im Kreisel seiner zwölf Aphorismen ins Gespräch vertieft.
Schon früh am Tage, noch vom Abendrot betrunken, als Fisch verkleidet
sich unters Volk gemischt, und dem Bäcker wurde das Brot gestohlen.
Man warf Steine, die sich in Schmetterlinge verwandelten,
und schwamm den Kreuzen hinterher.
Und zu guter Letzt versprach sich sein eigen Fleisch und Blut
mehr davon,
dem König die Krone zu stehlen, während sich der Rest
die Füsse wusch.

 

Audioarne

 

 

0039

039_S

 

Male mir die Weste an,
streiche die Luftschlösser weiss
und korrigiere Farbfehler an meinen Zähnen.
Komme mir nicht zu nah, oder doch.
Dein Fußabdruck in meinem Gesicht,
auf dem Fußboden und als Sternzeichen in meinem Kalender.
Rolle rückwärts und mit strohhalmiger Gier
trinke ich meine Seele hell.
Zum Schluß zeichne ich mir noch einen Anker
auf den Arm und sollte je ein Schiff
an meiner Brust sinken,
ich belebe den Steuermann und füttere die Fische.

 

0038

038_S

 

Eingeeckt verliere ich ständig beim Taschenbillard,
als Stricher verpasse ich immer den Strich und meine Waschmaschine
hat der Autoverkäufer.
Stil kann man auch als Stilblüte nicht erwerben,
diese verwelkt am Straßenrand.
Lässig stehle ich mir den Tag und meine Haltung
erinnert an fliehende Stürme.
Du sagst, du holst mich ab und die Monate vergehen.
Kenne jede Pore im Asphalt und betrinke mich
am Rand einer Pfütze mit den Spatzen.
Vielleicht entwende ich später noch jemandem sein Lachen,
springe mit dem Seil über Wolken und schließe einen Pakt
mit der Sparkasse.

 

Audiopeter

 

0037

037_S

 

Schneller als die Polizei erlaubt werden die Bilder vorbei getragen,
die Stunden laufen um die Wette,
ich weine weiter auf die Zeit, tropft aufs Glas.
Das Schnelle schleudert mich nach vorn,
an der Seite flankiert eine Holzarmee aus armen Rittern,
kämpfen mit kurzen Stecken gegen ein Stahlroß aus Wut.
Eile zur Hilfe und lege dem Drachen Feuer,
der Rachen speit Glut und Erbarmen.
Ich liege den Sterbenden in den Ohren und
der Schaffner bittet um den Passierschein.

 

0036

036_S

 

Versumpfe als adipöser Kreis
in lächerlich schöner Umgebung.
Die Beine verschenkt stecke ich fest,
in einem Anblick,
der nie enden wird.
Erzähle aus zu Stein gemauertem Mund
die windgegerbten Geschichten
mit Sonnenaufgang gekniffenem Auge
und einem Haupt,
das sich im Mond verbeugt.
Dankbar heulen die Wölfe.

 

0033

033_S

 

Glasbienenwabig zuckert der Boden meine Füße,
auf Stelzen erobere ich die Welt.
Im Davonstolpern bricht mir das Blut in den Adern.
Ich reiße mir die Haare
und verschlinge die Landschaft.
Doppelt ist die Quersumme
aus einem geborstenem Muß,
und ich sehe das, was gestern noch nicht war,
was Du nicht siehst.
Fensterlos brennt am Ende die Leidenschaft,
ich rechne mit einer hohen Strafe.
Vielleicht rettet mich mein Glaube,
aber glauben tue ich nicht.

 

0032

032_S

 

Der letzte Zug fuhr mir direkt in die Glieder,
ich sehe deutlich,
mein ganzes Leben liegt jetzt hinter mir.
Hatte noch so viel vor,
im Dauerlauf rennen die Bilder davon.
In den Höhlen meiner Vergänglichkeit
verrauchen müde alle ungenutzten Tage,
die Taten warten auf ihren Täter.
Wirf mir bitte eine Decke über meine schmalen Schultern,
streue mir den Schlaf in meine Augen,
falte die Zunge zum Gebet,
und hilf mir hinüber in mein sonnendichtes,
steinkaltschweißiges, starres Ich.

 

0031

031_S

 

Glasgerollt verzaubern mich die Berührungen
in einen wilden Haufen
und leise streichelt mich eine Gänsehaut.
Sperr mich ein und ich dehne
unsere Begegnung ins Unendliche.
Ich mauer Dir ein Geständnis und flehe Dich an,
gib mir die Stille zurück,
auf leisesten Pfoten trete ich in den schattigen Zorn
Deines ruhelosen Herzens.
Hinter der nächsten Ecke bellt die fleischgewordene Gewalt
eines zügellosen Alptraums
und katapultiert Dich in den Mutterleib zurück.

 

Audiorea