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© MatuSchinski

 

Bescheidenheit ist eine schmale Tür,
zwinge Dich ohne Zwang hindurch.
Geniesse den Ohrsand und denke nur an das, was Du siehst.
Fluche – wenn nur flüchtig – über Dinge,
die Du nicht ändern kannst.
Entscheidend ist doch, dass Du dich entschieden hast.
Schmücke Dich mit dem Lametta vom letzten Jahr
und kaufe das Brot vom Vortag.
Ziere Dich nicht, Deine Gier zu überwinden,
lass alles bis auf wenige Zentimeter an Dich heran
(oder näher).
Stehe auf zum Gebet
und überprüfe demnächst die Dichtigkeit sämtlicher Regenhüte.
Früher gab es mehr Sandburgen.

 

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Zieh Leine.
Entweder. Oder.
Denn der Mops ist gelutscht.
Liebe deine Dir Nahestehenden,
Du könntest der nächste sein.
Zupfst an meinen Nerven.
Die eine Herzlänge voraus
verhindert unsere Verabredung.
Öl auf der Mühle schmiert klirrendes Metall,
unaufhörlich spielen wir Fangen
wie zwei verliebte Schmetterlinge.
Wie Königskinder.
Da sitzen wir nun,
auf dem Sonnendeck unserer Beziehung
und verscheuchen die Wolken aller Missverständnisse
und suchen nach der einen Sprache,
die uns alle versteht.

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Das wäscht Dir den Kopf.
Aber ordentlich.
Bedienst Deine Hybris über Gebühr,
empfohlen wird eher eine angenehme Zurückhaltung.
Lässt gerne den Fisch in der Butter
und führst die Kuh aufs Eis,
bevor Du untergehst,
ist die Badehose schuld.
Und dann ständig das Getöse,
Du bist so laut, dass Du niemanden hörst.
Dich überhörst.
Reisst jedes Gespräch an Dich,
bleibst den Antworten ihre Antwort schuldig.
Überlässt den Fragenden ihre Blicke,
machst keine Gefangenen,
bist der Sklave Deiner selbst.
Verhaftest jedes Gesicht ,
kennst keine Grenzen,
zerstörst und schaffst Leben,
gibst uns doch immer das Gefühl,
bei Dir sein zu wollen.
Pass gut auf Dich auf und ruf mich bitte an.

 

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Wenn Du mich so fragst, gebe ich Dir Recht.
Ich bin die Versuchung, die Hingabe.
Das Verlangen.
Kann ich ein Verderben sein?
Ich kann.
Ich bin der Wunsch und ich bin die Niederlage.
Ich bin mein Schatten und ich bin ich selbst.
Ich bin der Anstand und ich bin das Vergessen.
Ich bin der Zorn und ich bin der Respekt.
Ich bin der Sturm und ich bin das Wasserglas.
Ich bin nicht Fisch und ich bin nicht Fleisch.
Ich bin schön und manchmal traue ich mich nicht vor die Tür.
Ich bin ein Superstar und oft zerbreche ich mit dem Spiegel.
Ich bin sehr stark und dann leicht wie eine Feder.
Ich könnte so vieles sein
und doch
bin ich
wie Du.

 

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Nüchtern betrachtet machen wir gerne mal blau.
Voneinander.
Du bespielst die grossen Bühnen des Lebens.
Und die kleinen.
Wendest Dich an die Öffentlichkeit.
Und ab von mir.
Wickelst Deine Schönheit um die Gunst
der Dir zu Füssen liegenden.
Ich will halten,
was mir lange schon nicht mehr gehört.
Du sagst, wir müssen reden
auch wenn da keine Worte sind.
Du sagst, wir müssen schweigen.
Es gäbe so viel zu erzählen.
Du sagst, wir müssen lieben
auch wenn da keine Liebe mehr ist.
Du sagst, wir müssen gehen.
Der eine dorthin,
der andere folgt dem Schmerz.
Lebend … lebend kommt hier keiner mehr raus.

 

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Gar nicht schlecht.
Du bist ein toller Hecht, jetzt echt.
Charakter.
Stufenlos einstellbar.
Krempelst Dir die Hosenbeine hoch,
wirkst dabei aber unheimlich anziehend.
Unvorstellbar.
Trennst die Geschlechter,
bist dabei aber auch kein Kostverächter.
Weißt genau,
dass der Hund an der Leine
keinen Hasen fängt.
Zu Füßen liegt Dir die Masse,
das hat dann weniger Klasse.
Der Rasen rast rastlos in die Ferne,
zurückgehalten nur vom Meer.
Das letzte Hemd hat keine Taschen,
sich das zu merken, ist gar nicht schwer.

 

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Schön, das rote Abendkleid wirft den Kreis.
Tratsch und Klatsch verflüstern sich gern in handtaschengerechtem Format, schwielig schwitzt das Gerede  aus jeder Pore.
Im Sonnenlicht zeigt die Sonne ihr wahres Gesicht.
Keine Ahnung warum, aber das Rot stand Dir schon immer ganz besonders.
Überflüssig zu erwähnen, das Maßstäbe immer  nur neue Maßstäbe setzen.
Darum tanzen wir über rote Ampeln,
stecken uns die Fliege an den Hut,
strecken dem Jedermann die Zunge raus,
klingeln bei jedem Männchen,
heften Zahnpasta unter die Türklinke,
schreiben dem ärgsten Feind einen Liebesbrief
und lesen täglich Matuschinski.

 

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Zähle bis zehn.
Und dann nochmal bis eins.
Danach befreie den Regenwurm aus Deinem Schuh.
Was zählt, ist eine Verbundenheit, die hilft am Ende nur.
Steckt das Detail im Teufel fest,
ist es immer richtig, den letzten Anruf zu tätigen,
einem Aufruf, der Unruhe zu folgen, Folge zu leisten.
Dem Pflug folgt oft das Schwert
und aus Hütten werden keine Paläste.
Auch im Frieden nicht.
Sitzt die Meise auf der Leitung
und das Gespräch stockt hinter der Zeitung,
kreuze die Finger,
nimm Dir selbst den Schwur ab.
Sage nie ja,
wenn Du nein sagen möchtest.

 

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Schwarzgeteerte Pantoffeltierchen.
Alles ist im Fluss.
Oder fliesst durch ihn hindurch.
Bin ich nun das Opfer oder der Täter.
Bin ich der Schauspieler oder der Zuschauer.
Bin ich mittendrin oder stehe ich daneben.
Stehe ich auf der Bühne oder bin ich der Vorhang.
Bin ich der, der laut ist.
Oder bin ich ganz still.
Schlage ich zu oder bin ich der, der geschlagen wird.
Bin ich der Schatten oder trage ich das Licht.
Glaube ich oder bin ich der Aberglaube.
Bin ich wach oder bin ich der, der ständig schläft.
Lande ich im Gefängnis oder trage ich die Robe.
Bin ich der mit der Verantwortung oder verstecke ich mich lieber vor ihr.
Habe ich eine eigene Meinung oder bin ich ein Opportunist.
Lasse ich die anderen im Regen stehen oder teile ich meinen Mantel.
Bin ich das Universum oder lebe ich auf einer klitzekleinen Insel.
Bin ich der Arm oder bin ich die Umarmung.
Trage ich die Lippen zum Wort oder bin ich das Bekenntnis.
Bin ich die Schuld oder bin ich die Schande.
Mir ist klar, ich bin Okay.
Ihr seid die Terroristen.