0245

Müde dreht Ihr im Kreise einer Rastlosigkeit Eure Runden.
Der Familienaufstellung entkommt Ihr nur durch die Gnade einer späten Geburt .
Die Zaungäste stehen hinter ihren Zäunen und staunen nicht schlecht,
am Geschmack scheiden sich die Geister, während andere keine Meinung haben.
Ihr entschleunigt euch, seid in der Zahl mehr als ich zu zählen vermag und Euch ist es egal.
Tiefer als jede Stille ist das Wasser, welches durch Eure Adern fließt .
Es brechen sich die Lanzen für Euch und es hat eine Art,
wenn wir mit einem Gefühl von Neid behaftet sind.
Der Boden frisst sich gierig in unsere Beine und die Blicke verlieren ihre Kraft in einem unschuldigen Himmel.
Uns werden die Flügel verwehrt.
Mit Wachs an den Händen schmilzt die Sonne auf und davon und Deine blauen Augen.
Die machen mich ganz sentimental.

0244

Du sagst, Du kannst über Wasser gehen.
Über Drahtseile laufen, Gedanken lesen.
Gewinnst jedes Duell, führst Selbstgespräche unter vier Augen.
Du löst alle Rätsel und wirfst doch viele Fragen auf.
Du bist kälter als jeder Stahl, stärker als die Sonne und klarer als der Verstand.
Trägst die Kraft eines Vulkans in Dir, obwohl es Dir an Loyalität mangelt.
Das gleichst Du mit einer Portion Ironie aus,
Heiterkeit ist ein Bruder des Trugschlusses.
Trägst die Schatten vor Dir her und versteckst das Licht.
Jetzt wärmen wir uns an den flammenden Zungen Deiner treulosen Gesprächigkeit
und beten für die verlorenen Seelen, während sie in Deiner Stimme verbrennen.

0243

Zügig aber ohne Hast bin ich mit meinem Latein am Ende.
Dabei werde ich kein Kind von Traurigkeit sein,
denn bei einem Ausblick auf Augenhöhe
werden die Augen größer sein als die biologische Uhr ticken kann.
Davon bekomme ich rasendes Seitenstechen und bei dem Gedanken daran,
dass mich alle Zinsen Lügen strafen,
zwickt mir eine Mühle ins Bein
und erinnert mich an meinen Kabelsalat im Kopf,
den ich später noch verzehren möchte.

0241

Man sagt, dass man sich zweimal trifft im Leben. Immer.
Jetzt gerade erst und dann nochmal kurz davor.
Es schmeichelt Dir, wenn Du es bist, der gemeint ist.
Aber zusammen, da waren wir schon immer etwas besonderes.
Unschlagbar.
Seit Generationen erleben wir unsere Traditionen und werden ihrer nie müde.
Ein Bein wäscht das andere.
Im toten Winkel unserer Gefühle leben wir schon seit unserer Kindheit miteinander, koste es was es wolle.
Du bist, wie Dir der Schnabel gewachsen ist und stehst dabei oft auf des Messers Schneide.
Vielversprechend ist Euer System, ein Schneeballsystem des Vergessens.
Dabei helfen Euch die bunt genähten Augen und das stumpf gestrickte Lächeln einer Horde Gleichgesinnter.

0240

Du bist scheuer als jedes Pferd und setzt noch vor Anfang alles auf Los.
Stiller als die Ordnung halbierst Du die Tatsachen und bist entsetzlich ehrlich zu Dir selbst.
Machst dabei eine Figur, wie sie im Buche steht.
Steigerst Dich da in etwas hinein, was Dir gar nicht gut steht.
Denn Dein Name ist Hase und wenn Du die Qualle an der Nase herumführst und Blicke töten könnten,
wäre am Himmel wohl kaum Platz für uns.
Währenddessen telefonierst Du mit den Vögeln.
Der Wind kommt aus allen Richtungen und führt Dich in eine Sackgasse.
Nach drei Tagen Regenwetter ziehst Du an den Gesichtern,
legst die Laune an die Leine
und verscheuchst so die Wolken aus den Köpfen derer, die Dich schon aufgegeben haben.
Am Ende siegt immer der klarste Verstand
und hinter jedem Menschen fliegt ein Drachen, der die Augen verdreht.

0239

Wer bin ich. Währenddessen.
Ich schlafwandele in den Tag meiner Wiedergeburt
und damit in die akustische Resonanz eines federlosen Lebens.
Das beschert uns allen eine vollkommene Abhängigkeit
und auf der Überholspur nehme ich ordentlich Fahrt auf,
mein Fuss steht auf Blei.
Was würde ich für eine Standortveränderung geben.
Ein Königreich.
Ich verspreche beim Zepter meines Vaters die Schultern nicht hängen zu lassen.
Beim Staffellauf werde ich zunehmend Letzter.
Verschwenderisch verschütte ich meine Gedanken.
Ich lasse den Schnee schmelzen, in meinen Adern und darunter.
Jetzt ergebe ich mich den Klängen einer Notlage und rufe dem Wald hinterher.
Fürchtet Euch nicht.

0238

Ich schwöre,
bei der Gnade meiner späten Geburt lese ich immer zwischen den Zeilen.
Du machst auf beleidigte Leberwurst und bist dabei blasser als jeder Schimmer,
ich bade derweil in den Ereignissen und suhle mich in artgerechter Haltung.
Während ich mir beim Weglaufen noch die Schuhe besohlen lasse, zeigst Du mir Deine hedonistische Schulter.
Bitte folge einem Bespiel und schaue dabei in mein Spiegelbild.
Nachts leuchte ich Dir ins Gesicht und blind folgst Du meiner Widerborstigkeit, am Schlachthof verstummt mein Lachen.
Kurz danach erlischt ein Leben wie eine ausgeblasene Kerze und zurück bleibt ein Reissen, das seinen Riemen sucht.
Soll mich doch der Schweinepriester holen.

0237

Der Schreck.
Er sitzt Dir in den Gliedern.
Und Du guckst dumm aus der Wäsche.
Wie sollst Du Dich ab jetzt verhalten?
Du erkennst Dein wahres Ich und stiller als jeder See ruht Deine Wiederkehr in Dir.
Drehst Dich nicht um, flüchtest in den Tag hinein
und fischt mit der Geduld eines einarmigen Banditen nach diesem oder jenem.
In der Monotonie Deiner Leidenschaft ergibt sich ein wunderbares Wiedersehen.
Du entfremdest parallel deine Umgebung und der, der im Mittelpunkt steht bist wahrscheinlich schon wieder Du selbst.
Beachte den Rat der sieben Weisen.
Nicht dein Äusseres schmücke, sondern sei schön in Deinem Tun.
Es kommt erstens immer anders und zweitens als man denkt.

0236

Du schwitzt Blut.
Du schwitzt Wasser.
Fällst aus den Wolken und allen ist klar,
das die Streifen auf der Nadel zum Anzug gehören.
Du belügst den Schwindel.
Das erregt Aufsehen und die Öffentlichkeit.
Die ist mässig informiert und kaum interessiert.
Aber Du bist ein Kavalier.
Spielst auf der Klaviatur den Helden,
begehst das eine oder andere Delikt,
ein Kommissar geht um.
Auch Atlantis musste fallen, so wahr mir Gott helfe,
und streicht der graue Himmel die Landschaft in ein tonloses Einerlei,
so raunt uns zum Schluss noch ein hungriges Leben einen letzten Vers ins linke Ohr.