0158

158_S

 

Ich. Ich bin. Also bin ich.
Du. Du bist. Du. Nicht irgendwer. Bist Du glücklich.
Er. Er ist. Der Gleiche. Schon immer. Immerfort.
Sie. Sie war. Dieselbe. Seit jeher.
Es. Es könnte sein. Es wäre schön. Lass es zu.
Wir. Wir kennen einander. Sind eine Familie.
Ihr. Ihr alle. Ihr macht es möglich. Täglich.
Sie. Sie fangen die Mutigen im Sommer. Mit Überzeugung.
Für die Garderobe übernehmen wir keine Haftung.

 

0157

157_S

 

Das ist kreuzgefährlich hier.
Mit dem blossen Auge nur erkenne ich eine Bewegung.
Kaum wahrnehmbar.
Bedeutungslos in Anbetracht dessen, was möglich ist.
Offenporig geleite ich des Taues Tropfen entlang einer unsichtbaren Leiter,
überbringe ich der Schande das Maul,
damit dieses Kunde tut.
Auf ein Wort, doch still ruht ein See in Dir.
Hängt ihn dort in die Krone eines gerechten Winkels,
aber wie können wir Gerechtigkeit verlangen,
wenn die wahrhaftigen Stimmen wie enthauptete Gegner
an uns vorbei taumeln.
Sperrt die Ohren zu.
Vielleicht reisse ich mir später noch ein Bein aus
und verschenke es an einen blinden Geigenspieler,
der ungewaschen aber mit kundigem Daumen in der Gosse spielt
und meine Trauer aus mir heraus zerrt.
In diesem Sinne.

 

0156

156_S

 

In den Traditionen Deiner Wahrheiten moderierst Du
dir stilblütenhaft eine gewisse Ehrlichkeit an,
die sich sicherlich gut anfühlt.
Die sich sehen lassen kann.
Verschone uns mit vielleicht und wir schauen mal,
der gerade Weg ist der, den wir gehen wollen.
Stecke den Kopf ganz weit in das Bild
und kämme Deine spitzblättrigen Wahrheiten.
Bedanke Dich dafür beim Pförtner und dem nächsten Geldautomaten.
Er wird es danken.
Nimm den Verkäufer in der Kurzwarenabteilung lange in den Arm,
tanze mit der Frau vom Chef durch die Fahrstühle
und bezahle Deine Schulden immer in bar.
Trage mal wieder bunte Socken
und umarme hier und dort einen Baum.
Solltest Du eine Reise planen, nimm das Fahrrad
und schwimme in Richtung Mond.
Giesse mit Sachverstand Deine Beziehungen,
auch Pflanzen brauchen Liebe.
Sprich mit den Hühnern
und streichele dem Argwohn seine Gewohnheiten aus.
Letztendlich ist der Tag an dem Du weisst, warum, der entscheidende.
Schön wäre es, wenn Du ihn entdeckst, irgendwann.
Der andere Tag ist der Deiner Geburt .

 

0155

155_S

 

Ich bin der Prinz des guten Geschmacks,
der König des schönen Charakters,
der Herrscher des angenehmen Duftes,
ich bin die Parfümerie Eurer Instinkte.
Ich bin gnadenlos ehrlich und Euch nah,
nehmt den Strom aus meiner Nase und ich belebe die Sinne.
Bis es kribbelt, auf Eurer Haut und darunter.
Ich bin ein Wanderer aus einer anderen Zeit,
ein Bettler in der Gnade Eurer Blicke
und ein Lebemann, der um sein Leben bettelt.
Ich bin der Pharao in der Pyramide Eures Lebens,
der Sklave Eurer Umstände.
Ich bin ein Clown, der Euch zu unterhalten versteht
und ein Freund, der die Dinge sieht, die Ihr nicht mehr sehen wollt.
Ich bin angenehm im Unterhalt
und ein guter Gesprächspartner in jeder Unterhaltung.
Ich bin der, der noch Danke sagen kann.
Euch die Türen öffnet, dort wo keine sind.
Ich bin der, der zuhört wenn Euch niemand mehr ein Ohr leiht
und ich bin der, der verspielt mit Eurer Gunst spielt.
Ich bin der, der hofft, dass heute Schmalhans Küchenmeister ist.

 

/wandkalender 2020

© MatuSchinski

 

Liebe Freund*innen und Fan*s unseres kleinen MATU/SCHINSKI,
der auf dem besten Weg ist, richtig gross zu werden.

Er hat seit seiner Geburt vor einem Jahr sein Gewicht verfünffacht & wiegt jetzt über ein Pfund.
Er hat 55 Seiten und hängt als Kalender vielleicht schon bald auch an Eurer Wand ab und bereichert Euer 2020.

Liebevoll gestaltet wurde er wie schon im letzten Jahr von unserer Freundin Matuschinskinha,
vor der wir uns an dieser Stelle mit artigstem Knicks dankbar verbeugen.

Der #matuschinski-Wandkalender 2020.
55 Seiten, 21/21 cm, 500g, Ringbindung.
15,- EUR zuzügl. Shipping (DEU/EU 3,00 EUR)

Ihr könnt Ihn ab sofort unter matuschinskipost@gmail.com bestellen.(Versand innerhalb von 2 Tagen nach Zahlungseingang).

Matu & Schinski

 

0154

154_S

 

Da sitzt Du nun am Fenster
und strickst an dem Netz Deiner Gefühle,
nähst an dem Gespinst Deiner Furcht.
Wie furchtbar, wie fruchtbar, verwundbar.
Stichst mit der Nadel einer Erkenntnis Löcher in die Luft,
während spinnenartig ein bekennender Bekannter an Dir hochklettert.
Die Luft entweicht nach oben.
Tau tropft, namenlos hängen die Namenlosen
wie verblichene Bilder in den Galerien Deines Bewusstseins
und der morgendliche Nebel wäscht Dir Dein Gesicht.
Deine Angst schleicht wie eine Horde herrenloser Hunde umher,
Tränen tropfen als geschmolzenes Eis aus den gefrorenen Augen
und leicht, ganz leicht
verlierst Du den Boden unter den Füssen.

 

0152

152_S

 

Der Hektor, der Hektor
bestellt immer drei Hektoliter
samtiges Licht im polygonalen Glas
und achtet streng auf seine Gefässe.
Seid wachsam am Tage Eurer Ankunft
und lasst Euch die Augen richten.
Es wird ein Stern geboren werden
und ein jener trägt ihn in seiner Brust und leuchtet dort,
im vergessenen Tal am geschehenen Abend
und bettelt und bettelt um Gehör.
Streut die Wege mit Myrrhe, mit Salbei,
und an den Palmen sollt Ihr hängen, um ihm zu huldigen.
Es wird ein Stern geboren werden,
der leuchtet um seiner Willen und seiner Kraft, seiner Menschlichkeit.
Vergiss die Geschichte, schreibe Deine eigene.
Drei waren eine Zahl und im Stall wärmte
das Blut der untergehenden Sonne
die Liste aller Anwesenden.
König, Dame, Bube, Ass.
Es wird ein Stern geboren werden, ein König,
ein ganz kleiner und bald wird ihn jeder suchen
und Geschichten folgen seinen heroischen Taten.
Und ganz am Ende werden wir für den anderen Busse tun.
Werden versuchen, allen zu verzeihen, uns selbst zu vergeben.
Schlagt euch nicht des Schlagens wegen.
Es wird ein Sturm aufziehen, er wird aufziehen müssen.
Lebt so lange, wie der Wind noch schwach ist,
bald setzt der Zorn seine Segel und fährt uns in die Parade.
In Ewigkeit.

 

0151

151_S

 

Blumenfische ins Haar.
Die Gruppe wird unruhig.
Einer wirft die Angel aus
und fischt wie Fischers Fritze
nur die ganz frischen Augenblicke heraus.
Toleranz ist eine dornige Krone.
Sie zu tragen erfordert einen gebührenden Abstand zum Vordermann.
Und zur Nebenfrau.
Was Spitze wäre, wenn es nur die Spitzen wären.

 

0150

150_S

 

Wer hobelt, dem spant einiges.
Hier regiert ein Unhold.
Spätestens rauscht die Linde, wenn die Verwaltung die Frisur kritisiert
und ihr bei der Betriebskostenabrechnung stille Post macht.
Dem Zahnarzt bleiben die Zähne weg und dem Schlaf die Träume.
Der Verwandtschaft kommen die Verwandten abhanden
und die Religion verliert ihren Glauben an die Gläubiger.
Den üblichen Verdächtigen wird übel beim Verdächtigen anderer,
die Aktionäre verlieren beim Spekulieren sämtliche Aktien
und verenden rein spekulativ an einem Spekulatius.
Die Wohnungsnot macht auch in der Not nicht Halt vor den Wohnungslosen
und selbst verwohnte Zwischenräume ergeben sich kampflos.
Jedes Häuschen hat sein Kreuz zu tragen
und ritze-ratze voller Tücke, ist schnell ein Loch gesägt in diese Brücke.
Geschlagene Stunden hängt sie zwischen den Abgründen,
zwischen Dir und dem Rest.
Die Welt weiss sich nicht zu helfen
und stopft sich voll mit Leuten wie uns.
Hätte die Qual eine Wahl,
würde sie aufhören, sich zu quälen.