0054

054_S

 

Collagiere meinen Lidschatten,
entzünde die Unordnung und vernichte die Anordnungen.
In der Vielfalt liegt der Duft und der Vielfraß
lebt sehr gut davon.
Betrunken zerschneide ich den Tag und klebe ihn an der
nächsten Ecke wieder zusammen.
Verlässlich gut hilft mir meine Vergänglichkeit dabei und das Wissen,
ein Gast in einem Fenster aus Zeit zu sein.

 

Audiogaëtan

 

 

0053

053_S

 

Wir stehen uns hier die Bäuche rund,
plaudern auch in fremden Sprachen aneinander vorbei,
das eigene Wort erkennt mich kaum.
Im Vorfeld grinst das Gesicht vorwurfsvoll,
träume mich gerne ins Heimweh und die Kraft der Mitte
gibt mir Recht.
Zur Linken ruhen die Berge, in der Sonne schmilzt mein
süßestes Lächeln.
Die Heimat versteckt sich vor mir,
ein Händedruck verreist mit meinen Koffern und ein
Taschentuch gibt den Tränen
Halt.

 

0052

052_S

 

Im Spiegelbild parke ich das Gesicht,
lege meine Zunge an die Wahrheit.
Lügen haben kurze Beine,
ich verstecke mich im Kleiderschrank.
Meine Nase klopft an die Türe,
ich kämpfe mit der Waage aller Gerechtigkeiten in mir.
Das Blitzgewitter stellt mich bloß,
ich springe mit dem Regenschirm in der Hand vom Balkon.
Möchte ein anderer sein, nicht die Summe meiner Jahre. Aber.
Mach Dir zum Freund, was du nicht besiegen kannst.

 

Audioanke

 

0051

051_S

 

Ich bleibe meiner Linie treu und bin dabei eher
blaublütig als blutrünstig.
Ziehe mit voller Kraft die Waagerechte in die Länge,
bis auch diese hat ihren Spaß daran.
Verbinde die Himmelsrichtungen mit meinen Vorstellungen,
der blauäugige Fluß begleitet mich dabei.
Irgendwann habe ich die Taschen voller Geld und kaufe mir ein Segelboot,
die Matrosen singen ihre Lieder.

 

Audiogötz

 

0050

050_S

 

Im Quadrat eher käsig,
in der Mitte eher mittig,
schielt ein salamiges Lächeln zu Dir und
der Clown versteckt seine Nasen auf der Spiegelwand,
die brotbeschwert eher unbewegt den Winkel auskostet,
an dem ihr Leben hängt.
Eine kleine Armee aus vergurkten Begegnungen entlädt sich
im Blitzgewitter des liebgewonnenen Tages,
die Musikanten lecken sich schunkelnd
die butterweichen Finger.
Der Sitznachbar wird zum Platzhirsch
und später dann zum Gejagten,
seine Spur verliert sich im hasenhakenschlagenden
Getümmel.

 

Audiomaya

 

 

0048

048_S

 

Sahnig schmirgelt der Sound posthum
an der Rauhfaser entlang,
das Laute gebärdet sich wie verrückt,
Unterdrücktes kommt ans Licht,
im Schatten wohnen die leergewohnten
Zweifel.
Hätte ich meine Augen verliehen,
die Hände würden Geschichten ertasten,
mein Biss geht quer durch die Wand.
Mit affenartiger Geschwindigkeit peitsche ich meinen
Schlitten durch die Eislandschaft,
die Kufen zerstören die aalglatte Haut.
Am Ende fliesst der Eierlikör in absurden Mengen,
der nächste Morgen gehört verboten.

 

0047

047_S

 

Au weia, der Hahn legt keine Eier
und ich mich auf die Lauer.
Aber von Dauer kann das auch nicht sein.
Ein Zustand, eine Atmosphäre, die mich zur Weißglut bringt,
mich zum Aufbruch zwingt.
Überall und immer das Gerede und Gegacker,
ich mach mich vom Acker.
Diese Masse zwingt mich zur Flucht,
auch wenn dies hat wenig Klasse.
Denn.
Unter vielen ist man einsam,
da bin ich lieber allein und kehre
Heim.

 

Audiojeff

 

 

0046

046_S

 

Wer bin ich, was ist dieses Ich.
Am Anfang war ich ein Tintenklecks oder ein Nichts,
ein kleiner Fleck auf der Linse. Ohne zu stören.
Ein Flügel ohne Körper, ein Luftzug ohne Wurzel.
Keine Wolke am Himmel,
der Regen fiel aus den ausgebreiteten
Armen.
Geduldig wandere ich von einem zum anderen, wie die Liebe.
Berechne kurz unsere Distanz und gebe mich frei.
Du bist verunsichert, ich bin eher ängstlich und mein Name ist. Hase.
Verzeih, ich habe mich nicht vorgestellt aber wir werden sehr schnell
eine Freundschaft schließen und Du wirst verstehen.
Bis dahin warte ich auf Dich und mache, wie es mir gefällt.

 

Audioanna

 

0045

045_S

 

Verstehe ich Dich, übersiehst Du mich bitte nicht.
Am falschen Ort gelebt und zu Zeiten aufgetaucht,
als sie marschierten im Gleichklang und ich hielt den Kopf aus der Menge,
kein Verständnis fürs Nicht-Verstanden-Werden,
Gegenwind zerschlägt meine Gegenwehr,
Gewehr steht gegen Gewehr,
Kopf gegen Starrsinn und
Herz gegen Mauer.
Am Ende verstauben meine Augen,
blind möchte ich nicht sein, ob der Blindheit.
Taub möchte ich nicht sein, ob des Nicht-Hörens.
Stumm möchte ich nicht sein, ob der Sprachlosigkeit.
Ich bin nicht vergessen.

 

Audiostefan