0243

Zügig aber ohne Hast bin ich mit meinem Latein am Ende.
Dabei werde ich kein Kind von Traurigkeit sein,
denn bei einem Ausblick auf Augenhöhe
werden die Augen größer sein als die biologische Uhr ticken kann.
Davon bekomme ich rasendes Seitenstechen und bei dem Gedanken daran,
dass mich alle Zinsen Lügen strafen,
zwickt mir eine Mühle ins Bein
und erinnert mich an meinen Kabelsalat im Kopf,
den ich später noch verzehren möchte.

0241

Man sagt, dass man sich zweimal trifft im Leben. Immer.
Jetzt gerade erst und dann nochmal kurz davor.
Es schmeichelt Dir, wenn Du es bist, der gemeint ist.
Aber zusammen, da waren wir schon immer etwas besonderes.
Unschlagbar.
Seit Generationen erleben wir unsere Traditionen und werden ihrer nie müde.
Ein Bein wäscht das andere.
Im toten Winkel unserer Gefühle leben wir schon seit unserer Kindheit miteinander, koste es was es wolle.
Du bist, wie Dir der Schnabel gewachsen ist und stehst dabei oft auf des Messers Schneide.
Vielversprechend ist Euer System, ein Schneeballsystem des Vergessens.
Dabei helfen Euch die bunt genähten Augen und das stumpf gestrickte Lächeln einer Horde Gleichgesinnter.

0240

Du bist scheuer als jedes Pferd und setzt noch vor Anfang alles auf Los.
Stiller als die Ordnung halbierst Du die Tatsachen und bist entsetzlich ehrlich zu Dir selbst.
Machst dabei eine Figur, wie sie im Buche steht.
Steigerst Dich da in etwas hinein, was Dir gar nicht gut steht.
Denn Dein Name ist Hase und wenn Du die Qualle an der Nase herumführst und Blicke töten könnten,
wäre am Himmel wohl kaum Platz für uns.
Währenddessen telefonierst Du mit den Vögeln.
Der Wind kommt aus allen Richtungen und führt Dich in eine Sackgasse.
Nach drei Tagen Regenwetter ziehst Du an den Gesichtern,
legst die Laune an die Leine
und verscheuchst so die Wolken aus den Köpfen derer, die Dich schon aufgegeben haben.
Am Ende siegt immer der klarste Verstand
und hinter jedem Menschen fliegt ein Drachen, der die Augen verdreht.

0239

Wer bin ich. Währenddessen.
Ich schlafwandele in den Tag meiner Wiedergeburt
und damit in die akustische Resonanz eines federlosen Lebens.
Das beschert uns allen eine vollkommene Abhängigkeit
und auf der Überholspur nehme ich ordentlich Fahrt auf,
mein Fuss steht auf Blei.
Was würde ich für eine Standortveränderung geben.
Ein Königreich.
Ich verspreche beim Zepter meines Vaters die Schultern nicht hängen zu lassen.
Beim Staffellauf werde ich zunehmend Letzter.
Verschwenderisch verschütte ich meine Gedanken.
Ich lasse den Schnee schmelzen, in meinen Adern und darunter.
Jetzt ergebe ich mich den Klängen einer Notlage und rufe dem Wald hinterher.
Fürchtet Euch nicht.

0238

Ich schwöre,
bei der Gnade meiner späten Geburt lese ich immer zwischen den Zeilen.
Du machst auf beleidigte Leberwurst und bist dabei blasser als jeder Schimmer,
ich bade derweil in den Ereignissen und suhle mich in artgerechter Haltung.
Während ich mir beim Weglaufen noch die Schuhe besohlen lasse, zeigst Du mir Deine hedonistische Schulter.
Bitte folge einem Bespiel und schaue dabei in mein Spiegelbild.
Nachts leuchte ich Dir ins Gesicht und blind folgst Du meiner Widerborstigkeit, am Schlachthof verstummt mein Lachen.
Kurz danach erlischt ein Leben wie eine ausgeblasene Kerze und zurück bleibt ein Reissen, das seinen Riemen sucht.
Soll mich doch der Schweinepriester holen.

0237

Der Schreck.
Er sitzt Dir in den Gliedern.
Und Du guckst dumm aus der Wäsche.
Wie sollst Du Dich ab jetzt verhalten?
Du erkennst Dein wahres Ich und stiller als jeder See ruht Deine Wiederkehr in Dir.
Drehst Dich nicht um, flüchtest in den Tag hinein
und fischt mit der Geduld eines einarmigen Banditen nach diesem oder jenem.
In der Monotonie Deiner Leidenschaft ergibt sich ein wunderbares Wiedersehen.
Du entfremdest parallel deine Umgebung und der, der im Mittelpunkt steht bist wahrscheinlich schon wieder Du selbst.
Beachte den Rat der sieben Weisen.
Nicht dein Äusseres schmücke, sondern sei schön in Deinem Tun.
Es kommt erstens immer anders und zweitens als man denkt.

0236

Du schwitzt Blut.
Du schwitzt Wasser.
Fällst aus den Wolken und allen ist klar,
das die Streifen auf der Nadel zum Anzug gehören.
Du belügst den Schwindel.
Das erregt Aufsehen und die Öffentlichkeit.
Die ist mässig informiert und kaum interessiert.
Aber Du bist ein Kavalier.
Spielst auf der Klaviatur den Helden,
begehst das eine oder andere Delikt,
ein Kommissar geht um.
Auch Atlantis musste fallen, so wahr mir Gott helfe,
und streicht der graue Himmel die Landschaft in ein tonloses Einerlei,
so raunt uns zum Schluss noch ein hungriges Leben einen letzten Vers ins linke Ohr.

0235

Bloss weil Du den Wind mit Händen fängst,
liegt es in der Frisur der Dinge, dass eine Schuppe der anderen gleicht.
So wird aus einem Kind der Sehnsucht nun ein Mann des Zorns.
Dass aus dem Feuer Deiner Jugend ein spätburgundiger Abend im Ascheregen wird, ist Dir nicht erst seit gestern klar.
Die Springseile von früher dienen nur noch dazu, Deine immer gleichen Gedanken zu vertäuen.
Du versprichst den Anderen mit weinrot geränderten Augen das Blaue ins Meer und vergisst Dich dabei,
während um uns herum alle Gräten brechen.
Wärst du der Fisch, so würdest Du versuchen, alle Wunden zu nähen – und leise, ganz leise zerkaut Dich dabei die Zeit.
Als ich zum letzten Mal Luft hole, sehe ich, wie Dich die Sonne zerteilt.
Danach greife ich in ein Netz aus Lügen und ergebe mich dem Appetit einer zügellosen Gier.

0234

Für gewöhnlich hast Du die Macht über alle Gewohnheiten.
Das rächt sich bitterlich, denn Du begnadigst Dich auch unter anderen Umständen. 
Im Zweifel für den Angestellten.
Ein Raunen, ein Verbiegen und müde reibt ein Blatt das andere.
Ein Haifisch, der hat Zähne.
Rosen ohne Dornen treiben ihr Unwesen auf dem See,
ein Stelldichein mit den langstieligen, säumigen Erlen. 
Am Ufer wird betrügerisch eingeschenkt,
langsam vergeht die Zeit auf dem Gewässer eines Vergessens. 
Immer noch verblühen die Jahre in Deinem Gesicht,
belanglos plätschern die Gespräche an Dir vorbei und Du weisst jetzt was Dir wirklich wichtig ist.
Ruderst wild mit den Armen und verscheuchst so die wolkenschweren Schatten aus Deinem Kopf.
Am Abend danach wirkt die Erinnerung wie ein Muskelkater in Deinen Träumen.