0206

Das hat mich verletzt, an dem Tag, als Du mir den Himmel verboten hast.
Es hat mich traurig gemacht, als die Wolken kamen, die Du schicktest.
Die Wolken, die mir das Licht stehlen sollten,
die mich atemlos machten, auf der Flucht vor ihnen.
Auf der Suche nach Dir konnte ich über das Wasser gehen,
ich habe wirklich geglaubt, ich wäre leichter als das Licht.
Undenkbar, dass mich die Strahlen einer Sonne bis hierhin tragen.
Dort, wo Du die Arme ausbreitest, könnte das Ende des Horizonts sein.
Unerreichbar und vom Schmerz angetrunken,
durchströmte mich das flauschige Herz des Himmels in Form einer gestaltlosen Figur,
die flüsternd schwanger war ob unserer Begegnung.
Nun laufe ich Dir hinterher wie das Lämmchen dem Wolf
und wahrscheinlich lasse ich mich gerne von Dir fressen.
Später.

0205

Heute lasse ich mal alle Fünfe gerade sein.
Dabei ist meine Vorstellung von Moral in etwa auf der Frequenz einer gespaltenen Zunge.
Entzückend, wie ich mich zeitgleich amüsiere,
paralell bestätigt die Ausnahme sämtliche Regeln.
Ein Augenschmaus, wie ich gerade jetzt in meinen Gefühlen bade
und als Wegelagerer ist mir wirklich kein Weg zu weit.
Ich bin ein Tagträumer, der die Nächte vergisst,
in denen mich ein fremder Schlaf wachhält. 
Ich bin ein Blinder, der sieht, was gerne übersehen wird.
Ich bin ein Bauchredner, der sich nie wieder alleine unterhalten muss.
Ein Stummer, der sich zu unterhalten weiss.
Ich bin ein Vagabund in Zeiten der Zuversicht,
vielleicht sogar ein Gott der kleinen Dinge.
Am Ende des Tages fühle ich mich oft wie ein Clown,
der kaum noch über sich lachen kann.
Bitte vertausche mich nicht versehentlich mit deiner Handtasche.
Friede sei mit Euch.

0204

Wir kommen mit guten Absichten.
Wenn der Schlaf aus der Ruine erwacht,
müssen alle anderen auferstanden sein.
Ein Schattenwurf weit entfernt,
stolpern nach allen Regeln der Kunst
die Löcher in noch viel grössere Löcher,
und mein Bruderherz, Dir zugewandt,
ziehe ich die Streben und diene dem Untergang.
Es muss uns doch gelingen,
die Not, die steht dem Zwang so gar nicht gut,
dass die Sonne so schön wie nie scheint über alle Dächer.
Und sind die Dächer, zum Glück und auch in friedlicher Absicht,
entnommen von Volkes Hand,
dann soll die Sonne scheinen dem Feind ins Gesicht
und ihn anschliessend schlagen in die Flucht.
Mütter beweinen oft ihre Söhne
und pflügt der Jüngste ohne Unterlass und vertraut der eigenen Kraft,
steigt sein Bestreben empor wie ein steiniger Luftballon
und des Ackers Krume bricht ihm das Gesicht.
Das Land unserer Väter ist steinig und schwer,
und wächst die Anerkennung in gleichem Maße wie die Suche nach ihr,
dann fühle ich mich wie ein Trabant,
der auf der Suche ist nach seiner Umlaufbahn.

0203

Spass beiseite.
In der Not frisiert der Teufel seine Fliegen,
während der Operateur im Inneren die Rädchen neu justiert
und die Justiz sich dem Fall annimmt.
Der Geiselnehmer sich von der Geisel befreit
und am Ende des Tages hat der Chirurg die Wunden der Zeit genäht,
die Schwester des Kranken verlässt gerade noch rechtzeitig das Zimmer. 
Bevor ich hier für immer verschwinde, verschwende ich mich an Dir. 
Der Geistliche bittet um Gehör,
das Augenlicht wärmt den körperlosen Raum
und die Gedanken hängen wie faulige Früchte von der Decke.
Gedrückte Türen öffnen nur auf Knopfkommando,
ein Fallbeispiel von vielen.
Das Kopfkino hat ab sofort wieder geöffnet,
die Eintrittspreise behalten ihre Gültigkeit.
Die Würfel sind gefallen.

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Der #matuschinski-Wandkalender 2021.

Fotos von Dirk Hasskarl mit Texten von Marcus Maas.

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0202

Hier spielt die Musik.
Wenn dabei nach Strich und Faden die Vorschusslorbeeren verspielt werden,
bedroht das nicht nur eine Existenz.
Nein.
Dabei können therapeutische Familienaufstellungen den Bach hinunter gehen,
man verstrickt sich in der einen oder anderen Laufmasche und stolpert durch seine Vergangenheit.
Geschenkt ist geschenkt und wiederholen ist gestohlen.
Unter anderen Umständen wäre der Bart ab.
Jan und Claas und Piet, die haben auch welche, die kommen mit.
Ab jetzt wird Klartext geredet, den Schlafzimmerblick gibt es nur gegen Vorkasse.
Wenn es hilft, werden gegen Mittag alle zur Taufe gebeten.
Johannes holt den Regen und an der Mütze ist der Zipfel ganz weit oben,
die Stirn drückt gegen das Wasser.
Die Leichen im Keller starren die Wände an,
bei der Hausnummer 15 ist die Klingel abgeklemmt,
seit Tagen brennt das Licht im Flur.
Ihr steht alle mit dem Rücken an der Wand,
die Beine hat der letzte Marathon verspeist.
Später kommt noch der Mann mit dem Koks vorbei
und über Nacht sind alle Männer schön.
Heult doch.

/wandkalender 2021

Kann es ein 2021 ohne unseren Kalender geben?

Wir sagen: Nein!
Ausserdem ist er ein cooles Weihnachtsgeschenk,
mit dem Ihr Geschmack & Humor beweisen könnt.

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0201

Bedeutungslos.
Wer hat die Zeit verdreht und die Uhren aufgesogen,
wer hat den Rost bestellt und den Strom nicht abbestellt.
Wer hat die Fenster leergeputzt und den Regen ins Haus gebeten.
Wer hat den Wind mietfrei einziehen lassen und den Hai ins Aquarium gesperrt.
Wer hat vergessen, den Müll mit ins Glashaus zu nehmen
und wer wirft den allerletzten Stein.
Wer wird die letzte Miete bezahlen
und wann holt uns die Schuldenbremse aus der Gosse.
Wann wächst endlich Gras über die Sache, mir steht es letztendlich bis hier.
Viele Stege führen über das Wasser und einer nur führt ins Himmelreich,  
die Eulen tragen sich selbst bis Athen.
Wer hat der Parabel die Ironie versprochen
und wann kommt das Licht der Lüge auf die Schliche.
Wer hat der Traumdeutung eine Grimasse verpasst
und warum ziehen alle Nachbarn so lange Gesichter.
Wer weiß schon, wie viel Abstand wirklich nötig ist,
warum schleicht sich die Schlange immer an mir vorbei
und warum fängt der Fisch vom Kopf her an zu stinken.
Wer hat den Segen schief auf das Haus gemalt, in der verbeulten Luft liegt ein Hauch von Wellblech.
Bitte denkt an die Maskenpflicht.

0200

Da dreht der Kreis am Rad,
während Du Deinen Burnout bekämpfst und alle Fünfe gerade sein lässt.
Dir ist es egal, ob gerade eine Inflation durchs Land galoppiert,
der Aktion Resignation folgt, oder es in der Diskussion über Prävention doch nur zur Installation von Diffusion reicht.
Weiter hinten führt man, ganz klar subkutan, eine Migration durch.
Ganz ohne Integration – die kommende Generation wird Information fordern.
Das legt die Attraktion in Ketten und von weitem sieht man schon Irritation aufkommen, die zu Transpiration führen wird.
Spekulationen belegen, dass eine Exklusion in der Gesellschaft eine Expansion von Konzentration nach sich zieht,
während man der Fluktuation folgt und diese sich in einer Halluzination verliert.
Gravitation hier, Legitimation da.
Wer hier nicht aufpasst, verliert sich schnell in Improvisation, gefolgt von Depression.
Das ganze verläuft dann wahrscheinlich auch noch osmotisch.
Zum Schluss beten wir zusammen für Inklusion, gepaart mit Assimilation und einem gefühlt schrecklichen Ende.
Denn in der septischen Klassifikation einer Separation finden wir den wahren Frieden.