Der traut sich was. Denn wer nicht bei drei die Flinte vom Baum wirft, ist aufgeschmissen. Der Tannenbaum ist völlig aus dem Häuschen und Du flippst aus, im Winter schneit es Nadeln, im Sommer liegt der Schnee zentimetertief. Er ist ein Bruder des Regens, Aufklärung ist hier Nebensache. Angenehm, aber Du könntest mir sehr gefallen, bist ein Quell der Freude. Das ganze Jahr und im nächsten – schauen wir mal. Ergib Dich, Du bist umzingelt. Von trostloser Neugier und dem Klimawandel. Weihnachten ist noch so weit entfernt und Du fliehst mit der Hitze in den Süden, dort wo alle anderen Urlaub gemacht haben. Früher. Jetzt machen wir Urlaub von uns selbst, umarmen Deine Rinde, dann und wann. Au weh, mein kleiner Nadelbaum, so will mich Dein Kleid noch etwas lehren, grün ist die Hoffnung. Mir wird übel, hätte ich nur auf Dich gehört. Gib mich bitte nicht auf. Wie werde ich nur schlau aus Dir, aus mir. Dein verlorenes Kleid. Es hätte mich lehren können.
Nachdem ich verschwenderisch den Abend verschüttete, trieb mein Körper in einem Meer aus grüner Endlichkeit in eine wahrscheinliche Erkenntnis. Als Assistent in einer abstinenten Abhängigkeit hoben sich die Gläser und verschwörerisch steckten wir die Köpfe ineinander. Theoretisch veralgen langsam die Sinne, denn wo gehobelt wird, da wird auch geweint. Wenn dann die Gesichter der anderen im Absinth-Nebel verschwinden, fische ich mir noch im weggehen die besten Momente aus der Stimmung, entkomme dem Schwindel nicht und lüge mich durch ein Geflecht aus Wahrheit und Pflicht. Beim Blick über die Schulter empfinde ich eine Zärtlichkeit, die mich immer dann begleitet, wenn ein Abschied droht. Verletzt wirkt ein letzter Gruss und die Hand wischt schnell ein Auge trocken, als wäre es eine Träne der Freude.
Ich habe einen Traum. Der versteckt sich am helllichten Tag in einer kiefernadelspitzigen Lichtung. Ich habe einen Traum. Der hat sich in einen nebligen Schlaf verliebt. Ich habe einen Traum. Der hat viele Gesichter, die hängen wie Früchte an einem Baum. Ich habe einen Traum. Der wirft mich hoch in die Luft, gräbt mich ins Erdreich ein. Ich habe einen Traum. Der ist zu schön, um ihn nur zu träumen. Ich habe einen Traum. Der ist wie ein Freund all dieser schönen Stunden. Ich habe einen Traum. Der fault in meinen Gedärmen, beisst mir ins Gesicht. Ich habe eine Traum. Der betrinkt sich an mir. Ich habe einen Traum. Der verbrennt sich am Tage seiner Auferstehung. Ich habe einen Traum. Der erzählt mir seine Geschichte. Alle sind gleich und im Wald, da stehen die Bäume. Dahinter verstecken sich die Menschen. Und ohne Rücksicht ist der Verlust. Ich träumte. Danach überrascht mich eine nie dagewesene Leere und während der Atem nach Luft ringt, bleiben die Bilder hängen wie Pistolenschüsse an einem stillen, taubstummen Sommertag.
Dein Beat schlägt alles, was ich zu kennen glaubte und wundgetreten drückt der Schuh an der Ferse. Am Anfang war ich der Verlegenheit auf der Spur und gebährte mich selbst in mein Leben, zurück und gleich wieder von vorne. Wir beide. Wie für uns gemacht. Zwischenräume füllen wir zwischenzeitlich mit der Zuversicht vergangener Jahre auf. Dabei haben wir die Loyalität eines Hundes und die Treue eines Schwurs in uns, beschenken den Augenblick mit dem Augenzwinkern eines verliebten Paares. Loben den Tag vor dem Abend, obwohl das nicht erlaubt ist und mancherorts gar verboten. Da sind wir nun, ganz nah an der Wahrheit und doch meilenweit davon entfernt, ans Ziel zu gelangen. Manche sagen, Wege muss man gehen, damit sie entstehen und Schritte folgen einem auf dem Fuss und Schatten werfen ihre Schatten voraus. Wer weiss schon, was davon zu halten ist. Bedanken kann ich mich hinterher. Die Krume bricht den Bauern nicht, aber pflanze ich mein Herz in den Acker vor Deinem Gesicht, so wächst im Frühling eines Jahres das versprochene Leben. Verabreden wir uns aus der Ferne für ein Wiedersehen, so werden wir uns wieder sehen. Sollte ich Dir fremd erscheinen, gib mir die Möglichkeit, mich Dir vorzustellen. Ich möchte Dich nicht verpassen, Du bist mir nah und ich sehne mich nach der Weite in Dir. Wir ernten, was wir säen.
Momentan verstehe ich nur Bahnhof. Aus Mangel an Beweisen lasse ich die Beweislage unter Verschluss, während ich mich verstohlen um jede Ecke stehle und nur das glaube, was ich sehe. Mein Superlativ wird zu Deinem Regulativ, relativ einfach könnte ich mich aus diesem oder jenem Fenster lehnen, zuschauen, ohne wirklich dabei zu sein. Doch die Fenster lecken stumm ihre Wunden, verraten keiner Silbe Klang, verschliessen die Lider, sperren das Äussere aus und kochen in der Mittagshitze die Geschichten zu Brei. Der Raum um mich herum wird zu einem Raum in mir, unter ferner liefen laufen die Tränen und alle Möbelstücke nehmen Reissaus. Nur in der Mitte ist der Kopf in der Waage, ich fühle von der Hüfte aufwärts den Punkt und drücke mich in meinem Schatten am besten aus. Meine Füsse sind schwarz wie Zement, der letzte Schritt ist wahrscheinlich Jahre her. Staubgetragen schwirren die letzten Erinnerungen an mir vorbei, wie Mondschnee liegt das Leben auf mir, ein leeres Zimmer verschlingt mich im nächsten Moment. Ich habe der Finger zehn und verstecke mich wie die Faust am liebsten in den Taschen anderer Leute Jacken, trage bewusst des Bügels Falte und lasse das Knie am besten gerade. Schön wenn es Menschen gibt, die mich verstehen.
Ich schüttele den Herbst für Dich. Eifersüchtig blickt der Sommer der kommenden Jahreszeit hinterher und wie Popcorn hängen die Tage in den gelebten Winkeln einer verschwenderisch grosszügigen Stimmung. Mit einer grimmigen Zärtlichkeit trage ich das Kleid einer wunschlosen Zukunft an mir, der Körper zerfällt wie welkes Laub in meinen Händen. Das schlechte Gewissen erinnert mich daran, den Kalender mit den Stürmen meines Lebens zu bebildern. Den Drachen aus meiner Kindheit führe ich an der Schnur zum Erwachsenwerden in Versuchung. Zahnlos beisst mein Verlangen in ein weniger appetitliches für und wieder, ich verdaue einen Tag nach dem anderen. Zupfe mir an Geburtstagen die Haare aus den Ohren, aber hören kann ich nicht. Klebe mir die Bilder auf die Augen. Stumpf liegt eine Brille im Regal. Was ich dann sehe, ist einzig ein Quell aus Übertreibung und dem Wunsch, der Zeit den Kragen zuzuknöpfen. Ich neige zum Phototropismus, möchte niederknien am hellsten Tag und schenke der Sonne mein Licht . Die Wahrheit. Sie ist einzig eine Lüge.
Spätestens wenn der gordische Knoten das All zerschlägt sind alle Aquarien gefüllt mit Stromgewittern. Diese platzieren ihre Blitze und füllen das Auge mit Lichtgestalten, Du legst Deinen Kopf in Abrahams Schoss und schaust zu. Läufst von Pontius zu Pilatus, die Meere übertreten ihre eigenen Grenzen und von überall kommen Stimmen und tanzen wie Seepferdchen vor dem Abgrund, ein Schritt und es reisst Dir die Zügel aus der Hand. Wenn Du Dir einmal, ein einziges Mal nur, aus wässrigen Fäden ein Gespinst zusammennähst aus Verzweiflung und Wut, aus Schönheit und einer angeborenen Unsicherheit, aus Übermut und den Blicken der anderen, dann werden sich Deine Schatten brechen wie eine zerschlagene Scheibe, die in einer Wand aus Wasser Feuer fängt und Du vom Saulus zum Paulus geworden bist. Ein Moment von betörender Schönheit.
Am Ende zerreisst die Stille den Ton,
kein Sterbenswörtchen zu niemandem. Wer bist Du.
Dort am Lichtufer verschwimmt die Wirklichkeit,
verhafte Dich in der Oberfläche und reibe Dir die Augen trocken.
Du bist so viele und selten allein, Selbstgespräch unter Freunden.
Unsicher schauen Dir fremde Blicke hinterher und klar ist nur die Klossbrühe.
Mucksmäuschenstill schleichen sich die Fehler ein und auf sie mit Gebrüll.
Fokussiere Deine Gedanken, fessele Deine Gefühle und schenke dem Trost Deine Flügel.
Male Dir selten genug ein Gesicht unter die Stirn,
setze die Segel in den Wind,
sei Steuermann, Matrose und Kapitän zugleich
und füttere die Nächte mit Deinen Träumen.
Wirf Dich am Ende Deiner Reise den Fischen zum Frass vor
und lebe fortan in den Mägen der großen Wale,
sei dem Wasser ein guter Freund.
Reihe Dich ein in Deine Bestimmung.
Lass es geschehen.
Der Herr. Er ist Dein Hirte.
Ich lese in den Spuren, lese in Dir.
Reisse an dem Riemen und verachte dabei meine Bestimmung.
Finde keine Ruhe und gehe mir unter die Haut,
wenn das Korn in den Hafer sticht und dabei blind wird vor Wut,
hängt 3 Faden tief der Hühnerhabicht und hilft bei der Suche, der Süchtigen.
Milde gestimmt umkreist er dabei seinen unsichtbaren Feind,
bleibt seiner Seele treu und traut seinen Augen nicht.
Gleicht auch ein Ei dem anderen, so hat nur Einer etwas davon.
Der Rest geht an die Diebe.
Trägt dann und wann eine Skulptur ein Kleid aus Federn,
täuscht wahrhaft Interesse vor,
bringt es den Betrachter in Verlegenheit
und den Fuchs um den Verstand.
Für Euch übernachte ich in den Kopfkissen oder den Töpfen oder in den Baumwipfeln.
Manchmal auch in Euren Köpfen oder kurz darüber.
Der Wecker ist mein bester Freund.
Ich schmeisse Euch aus Eurer Verlegenheit und bin niemals selbstverständlich.