0059

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Still ruht der See, denn
einsame Wasser sind tief.
Als lässiger Diskus stehle ich mir selbst die Show,
im diagonal anmoderierten Dialog verstummen auch die letzten
Quälgeister.
Im weitesten Sinne gehöre ich zur Familie der Quallen,
aber die Quelle des Ursprungs ist
ungewiss.
Darum betrinke ich mich weiter am Leben
und der Rest ist mir auch grad
egal.

 

0058

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Ich flehe Dich an, ich lehne mich hinaus.
Verdrahte meine Stimme und Du rufst nicht zurück.
Fluchst mich in die Ferne.
Erblinde im nächsten Augenblick und im übernächsten verdunkelt sich das
Augenkino.
Du umkreiselst meine Verwirrung,
ich schreite aus mir heraus und schreie in mich hinein .
Ich habe die Hochzeit auf Hawaii nie gewollt.

 

 

0057

057_S

 

Wäre ich ein Hut,
so hätte ich vier Ecken,
zum darin verstecken.
So wie ich das sehe,
wird das hier ein Plattfuss,
oder man fährt mich zu Mus.
Bin flach wie eine Flunder,
das ist ja auch kein Wunder.
Die Tür hat mich vor das Haus gejagt,
das Leben spielt mir übel mit.
Stein auf Bein liege ich ganz verdrossen,
ich bin in Dich  verschossen.
Deine Schulter ist kalt wie ein gefrorenes Hühnchen,
ich rupfe mir die Federn aus und halte die Stelle,
pass bloß auf, bevor ich belle.
Hund zu sein ist gar nicht schwer, eigentlich.
Du legst jeden Tag ein Ei und sonntags auch mal
zwei.

 

Audioschensch

 

 

0056

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Ich stehe in Flammen,
Du brennst mit mir um die Wette.
Zur Hölle mit der Dunkelheit,
wir verbrennen die Nacht.
Lichtadrig läuft das Grelle ins Auge,
verletze mich an den feurigen Nadelstichen
und genieße Deine Vorwürfe.
Klettere durch einen Wald voll brennender Stimmen,
die Lichtschaukel trägt mich davon,
klebe wie ein Glas Honig an einer gezweigten Kreuzung,
kämme mir das Haar und betrinke mich an
Deiner Wärme.

 

0054

054_S

 

Collagiere meinen Lidschatten,
entzünde die Unordnung und vernichte die Anordnungen.
In der Vielfalt liegt der Duft und der Vielfraß
lebt sehr gut davon.
Betrunken zerschneide ich den Tag und klebe ihn an der
nächsten Ecke wieder zusammen.
Verlässlich gut hilft mir meine Vergänglichkeit dabei und das Wissen,
ein Gast in einem Fenster aus Zeit zu sein.

 

Audiogaëtan

 

 

0053

053_S

 

Wir stehen uns hier die Bäuche rund,
plaudern auch in fremden Sprachen aneinander vorbei,
das eigene Wort erkennt mich kaum.
Im Vorfeld grinst das Gesicht vorwurfsvoll,
träume mich gerne ins Heimweh und die Kraft der Mitte
gibt mir Recht.
Zur Linken ruhen die Berge, in der Sonne schmilzt mein
süßestes Lächeln.
Die Heimat versteckt sich vor mir,
ein Händedruck verreist mit meinen Koffern und ein
Taschentuch gibt den Tränen
Halt.

 

0052

052_S

 

Im Spiegelbild parke ich das Gesicht,
lege meine Zunge an die Wahrheit.
Lügen haben kurze Beine,
ich verstecke mich im Kleiderschrank.
Meine Nase klopft an die Türe,
ich kämpfe mit der Waage aller Gerechtigkeiten in mir.
Das Blitzgewitter stellt mich bloß,
ich springe mit dem Regenschirm in der Hand vom Balkon.
Möchte ein anderer sein, nicht die Summe meiner Jahre. Aber.
Mach Dir zum Freund, was du nicht besiegen kannst.

 

Audioanke

 

0051

051_S

 

Ich bleibe meiner Linie treu und bin dabei eher
blaublütig als blutrünstig.
Ziehe mit voller Kraft die Waagerechte in die Länge,
bis auch diese hat ihren Spaß daran.
Verbinde die Himmelsrichtungen mit meinen Vorstellungen,
der blauäugige Fluß begleitet mich dabei.
Irgendwann habe ich die Taschen voller Geld und kaufe mir ein Segelboot,
die Matrosen singen ihre Lieder.

 

Audiogötz