0087

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Zuallererst leihe ich mir einen Delphin,
mit dem schwimme ich zu meinem Herzen,
dreispatenstichtief,
dort wohnt der Schmerz,
dreispatenstichtief.
Du vergräbst Dein Auge,
dreispatenstichtief,
grünspanig Dein Sehen,
pink verlässt die Sonne Deinen Blick.
Dreispatenstichtief grämt sich der Mond,
vergraben mit den Händen bloss.
Dem Leuchten abgewandt höre ich das Gelächter,
dreispatenstichtief.
Den Mund zu voll genommen,
Erdreich statt Worte.
drei Faden tief hängt dort das Lot,
lieber hätte ich Kiemen,
statt dessen bricht die Krume
leichter als sich das Brot teilen lässt.
Die Auferstehung ärgert jene, die zurückbleiben.
Müssen.

 

0086

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Bitte.
Versuche niemals, einem Dachschaden den Rücken zu kraulen,
einem Wind die Segel zu setzen und dem Krokodil die Zähne zu putzen.
Sinnlos, dem Introvertierten eine Freude zu machen,
dem Misanthropen eine Freundschaft anzubieten.
Versprich dem Tag nie zu früh die Nacht,
damit er sich endlich ausruhen kann,
dem Kaufwütigem nicht das Sonderangebot.
Mache niemals bei Vollmond einen Heiratsantrag
und verstecke Deine Leichen nicht im Keller Deiner Nachbarn.
Führe den Hund immer rechtzeitig aus und gib den Katzen keine Milch.
Erschlage keine Mücken und trinke den Espresso im Stehen.
Feile Dir regelmäßig die Zähne und benutze täglich einen Fussbalsam.
Zerbeisse keine Hustenbonbons und halte Fremden immer die Türe auf.
Füttere ständig die Parkuhren
und begleite die blinde Giraffe
über die Kreuzung.
Danke.

 

Audiomichaela

 

 

0085

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Da staunen selbst die Bauklötze,
und Stielaugen macht die Maus.
Wobei sie weiss: lebend kommt hier keiner raus.
Leider sind wir kein Quartett,
denn dann wird es erst richtig nett.
Das geht dann ab wie Schmitdts Katze,
später halten wir uns die Tatze.
Wir knüpfen uns die Augen schön,
knöpfen das Herz in die richtige Ecke.
Das eigene Rezept besteht aus
dem Leben, dem Sieg und oder der Niederlage,
gar keine Frage.
Man siegt über den Verlust und zu allem Überdruss.
Schau mir ins Gesicht,
haben wir auch noch Spass daran.

 

0084

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Lässt den Kopf hängen und die Glieder,
trägst am Hinterkopf den Zopf.
Ein Regenschauer geht nieder
und am liebsten gibst du richtig Gas,
reisst das Lenkrad herum,
landest kopfüber im Gras.
Auf der Stelle dreht sich Deine Welle,
toller ist es nur noch, wenn Du herumtollst
(quasi Tollwut)
Stehst Du dann endlos in der Schlange,
wird es Dir bange und die Zeit ist knapp.
Kommt nämlich der Schmied mit der Zange,
verdreht dir Dein Ohr und Deine Gedanken.
Aufgepasst! Gleich werdet Ihr zanken.
Aber zu guter Letzt
verirrst Du Dich im Gegenverkehr
und entdeckst  dort Deine große Liebe.
Das war gar nicht schwer.

 

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Du drehst dich um, Ein-Auge. Sei wachsam.
Du mischst Dich ein, genügsam verzehrst Du die herumfliegenden Bilder.
Mahlst mit stetem Kiefer, zerreibst die Steine,
Dein kundiges Gewissen verrät der Gegenwart die Zukunft,
Du baust auf Vertrauen.
Ziehst Deine Lehren aus der Vergangenheit,
leerst das Volle in einem Zug, schüttelst Dich,
füllst das schlafende Auge mit Glut, bis es brennt.
In Deinem Schlund lodern schwarzschattig die Hände des Schaffens,
drei Häuserblöcke entfernt schreit das Martinshorn,
während der Polier seine Töchter vor Dir versteckt.

 

0082

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Du fühlst mich, wie ich aussehe.
Siehst, was ich fühle.
Denkst, was ich zu sagen hätte.
Schmeckst jeden Satz ab, als wäre es ein Gericht .
Als Richter wärst Du unglaublich gerecht.
Gefühlte Wahrheiten, gewühlte Klarheit, aufgewühltes Eis.
Mein Zahnschmerz durchbohrt unser schweigsames Stelldichein,
als Scherenschnitt wären wir einfach wunderbar .
Leider verrutscht beim näheren Hinsehen Dein Kinn in der Nähe eines Satzes.
Bevor Deine Figur zerbricht, nehmen wir lieber meine.
Trotz der vielen Zahnlücken.
Und um dies zu überbrücken gibt es Erdbeereis.

 

Audioewa

 

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Lass uns bitte eine Beziehung führen,
beziehungsweise wachsen wir an uns,
aus uns heraus
und auf eine Art wieder zusammen.
Fürsorglich, fast flehentlich pflegen wir den Kontakt,
vorsorglich trägt sich eine gewisse Ähnlichkeit nach außen.
Gedeihen prächtig und das Verderben kann von mir aus noch etwas warten.
Schön ist es, uns so schön zu sehen,
Du trägst die Krone und ich besohle unsere Gemeinschaft.
Im Hintergrund toben unsere Gefühle
und es macht mir überhaupt nichts aus,
dass wir gemeinsam lauter sind als jeder Knall
und bunt ist sowieso meine Lieblingsfarbe.

 

0079

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Vereinzelt steht der Einzelne
dicht gedrängt,
doch gibt es Anspielungen
auf ein versammeltes Beisammensein.
Der erste Eindruck drückt den Schuh,
ich halte Deine Hand und dabei aber
unbedingt den vorgeschriebenen Mindestabstand ein.
Die Nähe verspielt ihre Distanz,
das Lächeln wiederum umspielt Dein Lachen.
Wir nähen wie verrückt an den Wunden der Zeit
und wundern uns über die Absicht,
die Mutter aller Taten.
Verzaubere mich in einem Märchen
und wäre ich ein Rumpelstilzchen,
keiner wüsste wie ich heisse.
Mit der Kreide male ich Dir Deinen Weg.
Schliesslich verstaubt noch meine Stimme
und bevor ich Dich verzehre,
erschießt mich die Dunkelheit auf der Lichtung
unserer ersten Begegnung.