0010

Dackellange Nase

 

Sind die Affen erst mal im Versteck,
dann riecht die Laus nach Kokosnuss.
Brennt des Jägers Lunte am Schießgewehr,
geht der Wald in Deckung.
Nadelstich und Honigsüß fällt eine Stunde um die andere.
Hat der Dackel dann lange Zähne,
liegt die Leine schon bereit und im lichten Schein des Zwiegesprächs kommen dem Tod die ersten Zweifel.
Denn, ist die Sahne abgeschöpft, bleibt nur der bittere Nachgeschmack und dem Clown meist nur die Träne.

 

Audiorenate

 

 

 

0009

im fluss

 

Wenn die Säule an einer Flut zerbricht,
sich erbricht am Geschehenen,
sich windet und kaum sichtbar und verschwindet,
zu Füßen liegt und um sich tritt,
die Hände in die Hüften stemmt und lauter ist als jeder Schrei,
und sich kein Hund in ihre Nähe traut und am Boden liegt die Nachbarschaft,
es geschafft – daß sich der Kreis nun nicht mehr schließt.

 

0008

nie_zu_spät_S

 

Zahnlos lacht,
wer um kurz vor acht,
immer noch kein Bein hat in der Tür,
obwohl dies Mühe macht,
denn auf einem Bein,
das sage ich Dir,
steht es sich schlecht.
Kleine Fehler in der Körperhaltung,
schon kommt die Meldung aus der Verwaltung.
Darum nimm beide Beine in die Hand,
renne durchs Land und der Spiegel an der Wand verrät,
nichts geht über eine gute Figur,
und mit einem Blick auf die Uhr
wird Dir klar,
Du bist so wunderbar.

 

Audioschinski

 

 

 

0007

trash

 

Auf der Flucht, schreit mir die Farbe hinterher.
Der Sand liegt mir in den Ohren und erinnert an Schlösser und Burgen.
An Sonnenmilch und Quallen, die sich versteckten vor Vaters Stimme.
An verbrannte Haut, die in losen Schuppen als Kleid an den Schultern hing.
Und an die Nächte, als die Wellen wie Bettlaken auf mir ruhten und das Rauschen der Brandung dem Murmeln vergangener Begegnungen glich.

 

Audiolielian

 

 

0005

wasser steht_S

 

Steht mir das Wasser, oder trage ich lieber schwarz.
Aufgeweicht, und doch habe ich die Taschen voller nasser Tränen,
meinen Füssen fällt das Laufen schwer.
Blau liegt in der Luft.
Grabe mit Händen im Wasser und finde keinen Anfang, kein Ende gibt mir Mut.
Wäre ich eine Seerose, ewig könnte ich verweilen und keine Fragen.
Doch nun muss ich weiter, steige mit der Hitze und verbrenne am Boden.

 

Audiokristin

 

 

0004

blauatmen_S

 

Schau, dort.
Leise versteckt sich Rauch am blauatmenden Himmel.
Ich nehme mir selbst die Sicht, doch sehe ich Dich nicht.
Reibe mich wund am Gemäuer einer verlassenen Seele und schmecke Beton.
Stütze mit schwieliger Hand fremde Dächer und stürze ins Bodenlose.
Den Fallschirm verspeist und die Flügel verschenkt, bete ich zum Hoch hinauf und schaue in endlose Gedankenstürme.
Meine Hand trägt das Licht.

 

Audiomalte

 

 

0003

pfad des grünen unsinns_S

 

Nun, wandle ich am Pfad des grünen Unsinns und suche im Gehen Vergebung.
Stolpere über baumlange Gedanken und zersäge mit meinem Alltagsstarrsinn den Tag in lauter kleine Scheiben.
Die Zeit entschuldigt sich für ihre Maßlosigkeit und gibt was sie hat.
Raumleere Kartons stapeln sich auf meinen Händen und ich jongliere durch bildschwangere Landschaften während es hinter mir wie ein Schabernack schallt.

 

0002

schattenschwanger_S

 

Still, im Schatten schwanger und ohne Licht das Auge.
Oft sehne ich mich nach Grösserem, aber der Raum bestimmt meine Grösse.
Und mein Tun.
Zum Nichtstun verteufelt und wie nah bin ich an der Wirklichkeit?
Oder lebe ich in ihr und schaue durch begrenzte Wände, die Türen in sich tragen, als würden sie gähnen.
Ausgespuckt.
Wie dunkel muss es sein, dass ich keine Helligkeit mehr fühle und mein Fuß neben dem anderen im Blau versinkt.

 

Audiomagdalena

 

 

0001

gestabtes licht_S.jpg

 

Ein gestabtes Licht, ein Gitter aus Luftstangen, zersiebt das Runde in mir.
Eine fremde Sprache schlägt mir ins Gesicht, doch sehen kann ich nicht.
Gerne verstehe ich den Unsinn in meinem Kopf, verdeckelt und eine Flucht unmöglich und suche Verständnis in der Ferne.
Wiederkauende Wörter füllen meinen Tag, bis ich verstehe und verstanden werde.
Schwer trage ich an all dem, einem Kreuz gleich, welches meinen Rücken beschwert.
Krumm igelt sich die Scheibe am Horizont, während mein Blick um die Wette rennt.