0106

© MatuSchinski

 

Hier ist der Hund begraben.
Im Schlaf schläft auch die Sünde,
zwischenmenschlich.
Schläfrig dackelt die Zeit in riesigen Schlafherden vorbei.
Einzeln stibitzt sich der Wolf hier und da eine entlaufene Stunde.
Wäre die Welt eine schlafende Katze,
eine flauschige, eine fleissige Hummel,
ein entlaufendes Zebra,
ein schlauer Delphin,
eine galoppierende Antilope,
ein blühender Pfau,
ein lachender Kojote,
ein freches Huhn
oder ein stolzer Schwan.
Ist die Katze gesund,
freut sich der Mensch.

 

0105

© MatuSchinski

 

Und das ist erst der Anfang, sprach die Ironie.
Ungeschehen bleibt unsichtbar.
Verzicht gewinnt über Gewissheit.
Neugierde über Kontrolle.
Berührung gewinnt gegen Vertrauen.
Angst gewinnt gegen Furcht.
Flucht gewinnt gegen Albtraum
Farbe gewinnt gegen Unruhe.
Schön gewinnt gegen die Ordnung.
Das Gebet gewinnt über den Verlust,
und das Herz gewinnt gegen die Aufgabe.
Die Selbstvergabe.
Ab jetzt kaufe ich keine grünen Bananen mehr.

 

0104

© MatuSchinski

 

Und ob.
Der Stuhl hat mir ein Bein gestellt,
für einen Moment hält das Wasser mein Gesicht.
Im nächsten schwimmt es davon.
Tauche mit der Tiefe um die Wette,
je stiller das blaue Tal in mir ruht,
je lauter der Flügel das Nass verdrängt,
je spärlicher das Licht meine Augen speist,
desto mehr.
Die Luft verbrennt in meiner Lunge,
ich lehne jede Hilfe ab.
So steige doch zu mir in den Abgrund hinauf,
streichle die Wale
und verweigere den Träumen
die Wahrheit.

 

0103

© MatuSchinski

 

Ich glaube, mich tritt ein…
Esel schlägt noch keine Brücken,
wie hiess noch gleich der Bürgermeister von Wesel?
Heißgeliebt.
Der Sommer versteckt in seiner Faust nicht den Spatz.
Den Himmel erobern die Schwalben, schwarz befrackt.
Eisig schwirrt die Hitze am Horizont .
Ich wünschte, die Erde wäre eine Scheibe.
Gelangweilt schwimmt der Tag im See seine Runden.
Ein Fischer fischt meist mit Leidenschaft ,
der Fisch stirbt aus Versehen.
Versehentlich.
Fängst Du einen, kennst Du alle.
Aber Du hast es gut,
denn Du hast
mich.

 

0102

© MatuSchinski

 

Bei allem Respekt.
Aber das hier ist ja wohl kaum Rügen.
Lügen haben kurze Beine.
Ratzfatz das viel zu enge Streifenshirt übergestreift,
auf ein Bein gestellt.
An der Reling stehen und aus allen Wolken schauen.
Wären jetzt noch die Steine lackiert wie Fußnägel,
die Freiheit weniger als zementschwer
und die Tage nicht eine ständige Wiederkehr.
Der nächste Morgen ein anderer Tag
und die Abendsonne zur Abwechslung
am Anfang des Schlafes.
Und der Wärter nicht mein einziger Freund.
Dann.
Stahlblau stiert der Himmel.
Das Wasser.
Wie Blut in den Adern.

 

0101

© MatuSchinski

 

Meine Beinstellung,
Deine Einstellung.
Du eroberst das Weltall,
bleibst dabei aber mit den Füßen am Boden.
Relativ elegant.
Gehst auf Tuchfühlung.
Tauchst Gefühle in ein Meer aus Gefühlen,
tauscht Obhut gegen Zuversicht,
kniest vor dem Brennglas Deiner Einsicht,
wechselst von jetzt auf gerade.
Verwünscht Dich.
Atmest Dich.
Verwandelst Dich.
Tauscht vorwärts gegen zurück,
rechts geht es nicht mehr weiter,
so gehst Du nach links.
Im weitesten Sinne suchst Du das Weite,
Aber schön, dass wir uns begegnet sind.

0100

© MatuSchinski

 

Bescheidenheit ist eine schmale Tür,
zwinge Dich ohne Zwang hindurch.
Geniesse den Ohrsand und denke nur an das, was Du siehst.
Fluche – wenn nur flüchtig – über Dinge,
die Du nicht ändern kannst.
Entscheidend ist doch, dass Du dich entschieden hast.
Schmücke Dich mit dem Lametta vom letzten Jahr
und kaufe das Brot vom Vortag.
Ziere Dich nicht, Deine Gier zu überwinden,
lass alles bis auf wenige Zentimeter an Dich heran
(oder näher).
Stehe auf zum Gebet
und überprüfe demnächst die Dichtigkeit sämtlicher Regenhüte.
Früher gab es mehr Sandburgen.

 

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Zieh Leine.
Entweder. Oder.
Denn der Mops ist gelutscht.
Liebe deine Dir Nahestehenden,
Du könntest der nächste sein.
Zupfst an meinen Nerven.
Die eine Herzlänge voraus
verhindert unsere Verabredung.
Öl auf der Mühle schmiert klirrendes Metall,
unaufhörlich spielen wir Fangen
wie zwei verliebte Schmetterlinge.
Wie Königskinder.
Da sitzen wir nun,
auf dem Sonnendeck unserer Beziehung
und verscheuchen die Wolken aller Missverständnisse
und suchen nach der einen Sprache,
die uns alle versteht.

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Das wäscht Dir den Kopf.
Aber ordentlich.
Bedienst Deine Hybris über Gebühr,
empfohlen wird eher eine angenehme Zurückhaltung.
Lässt gerne den Fisch in der Butter
und führst die Kuh aufs Eis,
bevor Du untergehst,
ist die Badehose schuld.
Und dann ständig das Getöse,
Du bist so laut, dass Du niemanden hörst.
Dich überhörst.
Reisst jedes Gespräch an Dich,
bleibst den Antworten ihre Antwort schuldig.
Überlässt den Fragenden ihre Blicke,
machst keine Gefangenen,
bist der Sklave Deiner selbst.
Verhaftest jedes Gesicht ,
kennst keine Grenzen,
zerstörst und schaffst Leben,
gibst uns doch immer das Gefühl,
bei Dir sein zu wollen.
Pass gut auf Dich auf und ruf mich bitte an.