0239

Wer bin ich. Währenddessen.
Ich schlafwandele in den Tag meiner Wiedergeburt
und damit in die akustische Resonanz eines federlosen Lebens.
Das beschert uns allen eine vollkommene Abhängigkeit
und auf der Überholspur nehme ich ordentlich Fahrt auf,
mein Fuss steht auf Blei.
Was würde ich für eine Standortveränderung geben.
Ein Königreich.
Ich verspreche beim Zepter meines Vaters die Schultern nicht hängen zu lassen.
Beim Staffellauf werde ich zunehmend Letzter.
Verschwenderisch verschütte ich meine Gedanken.
Ich lasse den Schnee schmelzen, in meinen Adern und darunter.
Jetzt ergebe ich mich den Klängen einer Notlage und rufe dem Wald hinterher.
Fürchtet Euch nicht.

0238

Ich schwöre,
bei der Gnade meiner späten Geburt lese ich immer zwischen den Zeilen.
Du machst auf beleidigte Leberwurst und bist dabei blasser als jeder Schimmer,
ich bade derweil in den Ereignissen und suhle mich in artgerechter Haltung.
Während ich mir beim Weglaufen noch die Schuhe besohlen lasse, zeigst Du mir Deine hedonistische Schulter.
Bitte folge einem Bespiel und schaue dabei in mein Spiegelbild.
Nachts leuchte ich Dir ins Gesicht und blind folgst Du meiner Widerborstigkeit, am Schlachthof verstummt mein Lachen.
Kurz danach erlischt ein Leben wie eine ausgeblasene Kerze und zurück bleibt ein Reissen, das seinen Riemen sucht.
Soll mich doch der Schweinepriester holen.

0237

Der Schreck.
Er sitzt Dir in den Gliedern.
Und Du guckst dumm aus der Wäsche.
Wie sollst Du Dich ab jetzt verhalten?
Du erkennst Dein wahres Ich und stiller als jeder See ruht Deine Wiederkehr in Dir.
Drehst Dich nicht um, flüchtest in den Tag hinein
und fischt mit der Geduld eines einarmigen Banditen nach diesem oder jenem.
In der Monotonie Deiner Leidenschaft ergibt sich ein wunderbares Wiedersehen.
Du entfremdest parallel deine Umgebung und der, der im Mittelpunkt steht bist wahrscheinlich schon wieder Du selbst.
Beachte den Rat der sieben Weisen.
Nicht dein Äusseres schmücke, sondern sei schön in Deinem Tun.
Es kommt erstens immer anders und zweitens als man denkt.

0236

Du schwitzt Blut.
Du schwitzt Wasser.
Fällst aus den Wolken und allen ist klar,
das die Streifen auf der Nadel zum Anzug gehören.
Du belügst den Schwindel.
Das erregt Aufsehen und die Öffentlichkeit.
Die ist mässig informiert und kaum interessiert.
Aber Du bist ein Kavalier.
Spielst auf der Klaviatur den Helden,
begehst das eine oder andere Delikt,
ein Kommissar geht um.
Auch Atlantis musste fallen, so wahr mir Gott helfe,
und streicht der graue Himmel die Landschaft in ein tonloses Einerlei,
so raunt uns zum Schluss noch ein hungriges Leben einen letzten Vers ins linke Ohr.

0235

Bloss weil Du den Wind mit Händen fängst,
liegt es in der Frisur der Dinge, dass eine Schuppe der anderen gleicht.
So wird aus einem Kind der Sehnsucht nun ein Mann des Zorns.
Dass aus dem Feuer Deiner Jugend ein spätburgundiger Abend im Ascheregen wird, ist Dir nicht erst seit gestern klar.
Die Springseile von früher dienen nur noch dazu, Deine immer gleichen Gedanken zu vertäuen.
Du versprichst den Anderen mit weinrot geränderten Augen das Blaue ins Meer und vergisst Dich dabei,
während um uns herum alle Gräten brechen.
Wärst du der Fisch, so würdest Du versuchen, alle Wunden zu nähen – und leise, ganz leise zerkaut Dich dabei die Zeit.
Als ich zum letzten Mal Luft hole, sehe ich, wie Dich die Sonne zerteilt.
Danach greife ich in ein Netz aus Lügen und ergebe mich dem Appetit einer zügellosen Gier.

0234

Für gewöhnlich hast Du die Macht über alle Gewohnheiten.
Das rächt sich bitterlich, denn Du begnadigst Dich auch unter anderen Umständen. 
Im Zweifel für den Angestellten.
Ein Raunen, ein Verbiegen und müde reibt ein Blatt das andere.
Ein Haifisch, der hat Zähne.
Rosen ohne Dornen treiben ihr Unwesen auf dem See,
ein Stelldichein mit den langstieligen, säumigen Erlen. 
Am Ufer wird betrügerisch eingeschenkt,
langsam vergeht die Zeit auf dem Gewässer eines Vergessens. 
Immer noch verblühen die Jahre in Deinem Gesicht,
belanglos plätschern die Gespräche an Dir vorbei und Du weisst jetzt was Dir wirklich wichtig ist.
Ruderst wild mit den Armen und verscheuchst so die wolkenschweren Schatten aus Deinem Kopf.
Am Abend danach wirkt die Erinnerung wie ein Muskelkater in Deinen Träumen. 

0233

Du erkennst, wann das Meer geteilt werden muss und durch wen.
Du weisst, wann Dir das Wasser bis zum Hals steht und warum.
Du ziehst mit dem Schwert eine blutige Spur und fragst Dich, weshalb.
Du wirfst die Wellen wie Schatten über Deine Schultern und bist Dir unsicher.
Du gibst vor, klar zu sein und doch sind trübe Deine Worte, wenn Du sprichst.
Du sagst, mit gespaltener Zunge glaubt man Dir nicht und doch hören Dir alle zu.
Du verstehst Dich gut im Umgang mit den Dingen aber an Bord ist nur Platz für Euch zwei.
Du suchst im Schwung Dein Rückgrat zu finden, daran soll es nicht scheitern.
Du meinst, der Kapitän zu sein aber die Natur verschlingt Dich, wenn sie mag.
Du behauptest, dass Du oben bist aber wo ist eigentlich unten.
Du bist Dir sicher, alles zu beherrschen aber auch Dir zerrinnt das Wasser in den Händen.
Du machst Dich auf die Reise und unbewusst ist alles nur ein Fluch, ein Kreisel der sich dreht in Deinem Kopf.
Du trinkst das Feuer, bevor es Dich verbrennt.
Mein lieber Kokoschinski.

0232

Wir sind eine  Familie, haben eine grosse Klappe … und der Maserati. Der fährt 210 Sachen.
Zusammen bringen wir den Schrott in die Presse und schnell ist ein Liegestütz gleich einem Wagenheber.
Und umgekehrt.
Man liegt wie auf heissen Kohlen und langsam verbiegt sich auch die Sohle mit dem Fuss.
In jeder Stadt steht ein Koffer und da schnallst Du ab.
Wir bündeln die Nerven zu einem Strauss guter Manieren.
Das steht im Kontrast zur eigentlichen Verweildauer
aber natürlich stehen Tür und Tor offen, Dein Wort in Gottes Ohr.
Wir sind die Inspektoren, die Kontrolleure, die Mechaniker,
heilig ist jeder Quadratzentimeter Asphalt,
die Mittagspause wird im Liegen ausgeführt.
Zu Hause ist es doch am schönsten, denn ein Platz ist eigentlich nur zum Parken da.
Ich glaube, mich laust ein Affe.

0231

Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer, sagst Du an einem Tag, als die Kreuze in der Hitze surren
und die Luft in unseren Augen flimmert wie heisser Asphalt unter den Füssen.
Am liebsten würdest Du ausflippen und mit den Säugetieren abtauchen in den Möglichkeiten, die sich Dir bieten.
Du träumst von den federleichten Beinkleidern, die Dir helfen, dahinzuschweben wie eine zornige Ballerina. 
Du sprichst vom Verlassen werden und ich schaue dabei zu.
Ich stecke bis zum Hals in meinen Hosentaschen und bin der Schlendrian, der langsamer ist als der Tag.
Du breitest die Arme vor mir aus und doch sind Deine Umarmungen blutleer.
Ich erzähle Dir von meinem Lachen, von meinem Lächeln, das dich damals verzaubert hat.
Du wendest Dich in Deine Windungen, hüpfst wie ein Hütchenspieler vor meinen Augen und verabredest Dich mit der Gegenwart.
Als ich Dich nicht mehr sehen kann, verliert sich der Blick und ich führe die Versuchung an der Leine.
Später grabe ich noch ein Loch in die Luft und verstecke mich darin.

0230

Meine Bekannten sagen, ich bin bunter als jeder Hund.
Wenn ich per Anhalter durch ferne Galaxien reise,
erwarte ich ein Mindestmass an Akzeptanz.
Dann lande ich auf Euren Ereignissen und glaube an die Auferstehung.
Auf dem Zeltplatz der Eitelkeiten ist kaum Platz für mich.
Ich lebe von Eurer Toleranz, mein wahres Gesicht zeige ich nicht.
Später trinken wir noch Bruderschaft .
Im weitesten Sinne bin ich für alles offen.