/wandkalender 2020

© MatuSchinski

 

Liebe Freund*innen und Fan*s unseres kleinen MATU/SCHINSKI,
der auf dem besten Weg ist, richtig gross zu werden.

Er hat seit seiner Geburt vor einem Jahr sein Gewicht verfünffacht & wiegt jetzt über ein Pfund.
Er hat 55 Seiten und hängt als Kalender vielleicht schon bald auch an Eurer Wand ab und bereichert Euer 2020.

Liebevoll gestaltet wurde er wie schon im letzten Jahr von unserer Freundin Matuschinskinha,
vor der wir uns an dieser Stelle mit artigstem Knicks dankbar verbeugen.

Der #matuschinski-Wandkalender 2020.
55 Seiten, 21/21 cm, 500g, Ringbindung.
15,- EUR zuzügl. Shipping (DEU/EU 3,00 EUR)

Ihr könnt Ihn ab sofort unter matuschinskipost@gmail.com bestellen.(Versand innerhalb von 2 Tagen nach Zahlungseingang).

Matu & Schinski

 

0154

154_S

 

Da sitzt Du nun am Fenster
und strickst an dem Netz Deiner Gefühle,
nähst an dem Gespinst Deiner Furcht.
Wie furchtbar, wie fruchtbar, verwundbar.
Stichst mit der Nadel einer Erkenntnis Löcher in die Luft,
während spinnenartig ein bekennender Bekannter an Dir hochklettert.
Die Luft entweicht nach oben.
Tau tropft, namenlos hängen die Namenlosen
wie verblichene Bilder in den Galerien Deines Bewusstseins
und der morgendliche Nebel wäscht Dir Dein Gesicht.
Deine Angst schleicht wie eine Horde herrenloser Hunde umher,
Tränen tropfen als geschmolzenes Eis aus den gefrorenen Augen
und leicht, ganz leicht
verlierst Du den Boden unter den Füssen.

 

0152

152_S

 

Der Hektor, der Hektor
bestellt immer drei Hektoliter
samtiges Licht im polygonalen Glas
und achtet streng auf seine Gefässe.
Seid wachsam am Tage Eurer Ankunft
und lasst Euch die Augen richten.
Es wird ein Stern geboren werden
und ein jener trägt ihn in seiner Brust und leuchtet dort,
im vergessenen Tal am geschehenen Abend
und bettelt und bettelt um Gehör.
Streut die Wege mit Myrrhe, mit Salbei,
und an den Palmen sollt Ihr hängen, um ihm zu huldigen.
Es wird ein Stern geboren werden,
der leuchtet um seiner Willen und seiner Kraft, seiner Menschlichkeit.
Vergiss die Geschichte, schreibe Deine eigene.
Drei waren eine Zahl und im Stall wärmte
das Blut der untergehenden Sonne
die Liste aller Anwesenden.
König, Dame, Bube, Ass.
Es wird ein Stern geboren werden, ein König,
ein ganz kleiner und bald wird ihn jeder suchen
und Geschichten folgen seinen heroischen Taten.
Und ganz am Ende werden wir für den anderen Busse tun.
Werden versuchen, allen zu verzeihen, uns selbst zu vergeben.
Schlagt euch nicht des Schlagens wegen.
Es wird ein Sturm aufziehen, er wird aufziehen müssen.
Lebt so lange, wie der Wind noch schwach ist,
bald setzt der Zorn seine Segel und fährt uns in die Parade.
In Ewigkeit.

 

0151

151_S

 

Blumenfische ins Haar.
Die Gruppe wird unruhig.
Einer wirft die Angel aus
und fischt wie Fischers Fritze
nur die ganz frischen Augenblicke heraus.
Toleranz ist eine dornige Krone.
Sie zu tragen erfordert einen gebührenden Abstand zum Vordermann.
Und zur Nebenfrau.
Was Spitze wäre, wenn es nur die Spitzen wären.

 

0150

150_S

 

Wer hobelt, dem spant einiges.
Hier regiert ein Unhold.
Spätestens rauscht die Linde, wenn die Verwaltung die Frisur kritisiert
und ihr bei der Betriebskostenabrechnung stille Post macht.
Dem Zahnarzt bleiben die Zähne weg und dem Schlaf die Träume.
Der Verwandtschaft kommen die Verwandten abhanden
und die Religion verliert ihren Glauben an die Gläubiger.
Den üblichen Verdächtigen wird übel beim Verdächtigen anderer,
die Aktionäre verlieren beim Spekulieren sämtliche Aktien
und verenden rein spekulativ an einem Spekulatius.
Die Wohnungsnot macht auch in der Not nicht Halt vor den Wohnungslosen
und selbst verwohnte Zwischenräume ergeben sich kampflos.
Jedes Häuschen hat sein Kreuz zu tragen
und ritze-ratze voller Tücke, ist schnell ein Loch gesägt in diese Brücke.
Geschlagene Stunden hängt sie zwischen den Abgründen,
zwischen Dir und dem Rest.
Die Welt weiss sich nicht zu helfen
und stopft sich voll mit Leuten wie uns.
Hätte die Qual eine Wahl,
würde sie aufhören, sich zu quälen.

 

0149

149_S

 

Wie schön Du bist.
Wo warst Du, für den Rest meines Lebens.
Gestern in einer Woche haben wir uns wieder gesehen,
der Tau tropfte wie ein Blumenstrauss ins Bild.
Du hast mich entführt an den Tatort unseres Verstandes.
In die Szenen vergangener Lebensmodelle.
Wie ergreifend, wir ergriffen die Flucht und haben erst später verstanden.
Bringe mich bitte weg von hier, mit Deinem flügellosen Lachen.
Deiner federleichten Art, die Dinge zu verstehen, Dich zu verändern.
Und alle anderen damit anzustecken.
Zurück liessen wir den Freund, der nachts noch Kupfer sticht,
für uns die Stühle rückt und zum Spass seine Hand erhebt
gegen das durchsichtige Licht.
Wir könnten uns in Zukunft verabreden, ohne gleich hysterisch zu werden.
Ohne gleich mit der Wahrheit zu prahlen
oder mit einem geschlossenen Herzen
nach dem Anderen zu fahnden.
Wir könnten in Zukunft in einem Dreieck leben,
aus Vernunft, Hingabe und gespielter Verzweiflung.
Wir könnten den Augenblick geniessen, würden wir ihn denn erkennen.
Versuchen, das Schönste festzuhalten, als würde es uns gehören.
Als würden wir uns selbst gehören.
Bitte nehmen Sie Platz und warten Sie, bis Sie aufgerufen werden.

 

0148

148_S

 

Wenn das Schwein pfeift,
dann wirf die Locken hinter Dich.
Rette mich, wer kann.
Könntest Du.
Verändere Dich.
Drehe Dich.
Suhle Dich.
Bewahre den Speck dort auf,
an einem Ort hinter allen Möglichkeiten.
Wenn möglich, verzehre ihn im Kreise
Deiner Sehnsüchte, ganz vegan.
Beachte aber unbedingt die Geschmacksrichtung im Kreisverkehr.
Atemlos durch den kalten Wald.
Kälter noch ist Deine Liebe zu mir, so lange ich lebe.
Nähe Dir doch ein Lachen ins Gesicht,
mit der anderen Hand streichelst Du um Vergebung
und jede Wette. Ich verliere.
Die Letzten werden die sein, die man zuerst vergisst,
letztendlich war ich schon immer gerne dabei.
Studiere mich noch ein wenig.
Von Zeit zu Zeit kann ich Dir dabei behilflich sein.
Brennt später das Kerzenlicht in Deinem geschiedenen Auge,
wische Dir die Strähne aus dem Gesicht
und trockne Deine blutigen Lippen.
Ihr Kreditrahmen ist derzeit ausgeschöpft.
Bitte wenden sie sich an das Personal.

 

0147

147_S

 

Das Licht lässt uns nicht zurück.
Es teilt uns auf, zerteilt die Menge
und multipliziert den Verstand.
Blau wie das Licht.
Könnte ich, könnte ich nicht.
Leicht wie das Licht
ist die Sorge frei von Nöten.
Stark wie das Licht,
trägt es Dich.
Trägt es Dich nicht.
Schön wie das Licht.
Erkenne die Werte in Dir.
Klar wie das Licht,
schmeichelt es Dir.
Warm wie das Licht,
führt es Dich.
Schnell wie das Licht,
blendet es Dich.
Stumm wie das Licht,
erzähle ihm von Dir.
Fragend wie das Licht
und halte die Antworten bereit.
Ehrlich wie das Licht,
Du bist um Lichtjahre gealtert.
Kalt wie das Licht.
Stecke es einfach ein.
Das Licht brennt für Dich,
entzünde Dich.
Gib dem Licht einen Schatten,
der aussieht wie Du,
zerbeisse nicht die Helligkeit,
wärme Dich an ihr.
Und Du wirst sehen.

 

0146

146_S

 

In eigener Sache. Liegt das Blatt
aus lauter Gefälligkeit im Gefälle,
finde ich Gefallen daran und gefalle mir selbst ein wenig.
Mehr und mehr.
Der Mensch lebt ja schliesslich nicht nur vom Brot allein
und hast Du keine Ahnung von dem was morgen kommt,
dann schau hinter die Fassade,
wirf das Laub in die Luft und Du weisst, es gibt keine Zufälle.
Überraschend blaulichtiges Laubgewitter regnet aus den Kronen.
Mutig motiviert sich die Motivation
und an der Zweigung zweigt sich die Neigung,
zeigt ein Fuss in Deine Richtung
und überall steigt Dir der Wald hinterher.
Frittiere die Gestalten in Deiner Umgebung,
fange die Samstagsausflügler
und betrinke Dich am Waldmeister.
Ordentlich versinkt die Figur
bis zum Kinn in einem Geflecht aus Wurzeln
und Du erinnerst Dich an früher.
Am Tage raschelt das Gestrüpp entlang Deiner Wege,
nachts wandelst Du am Pfad deiner Ängste und drehst Dich um.
Gratis bekommt man den schweren, den herbstschwangeren, modrigen Geruch präsentiert.
Hinter der Anhöhe warten die Wildschweine auf ihren Abschuss,
jedoch liegt dem Waidmann der Braten zu schwer im Magen,
so dass ihm nur der Schnaps Linderung verschafft.
Stumm bleibt heute das Schiessgewehr.